• Film
  • Herz der Finsternis
MrSpinnert von MrSpinnert, vor 7 Jahren
Herz der Finsternis

Herz der Finsternis ist ein Spielfilm von Nicolas Roeg mit Tim Roth und John Malkovich aus dem Jahr 1993, der auf der Erzählung Heart of Darkness von Joseph Conrad basiert.

Zur Erzählung von Joseph Conrad aus dem Jahr 1899: Die Novelle ist in eine Rahmenhandlung eingebettet: Auf der nächtlich an der Themsemündung in Gravesend stillliegenden Seeyacht Nellie erzählt der ehemalige Seemann Marlow seinen vier Freunden, die das Band der See eint, eine Episode aus seinem Leben.

Er beschreibt seine Sehnsucht, die letzten weißen Flecken des Globus kennenzulernen, und wie sie nach einigen Mühen dazu führte, dass er Flusskapitän wurde. Der Leser kann unschwer erkennen, dass die Geschichte am Kongo zu Zeiten des Kongo-Freistaats spielt. Marlow, der den Indischen Ozean, den Pazifik, das Gelbe Meer bereits kennt, reist also entlang der Küste eines ihm unverständlichen Afrika zur Mündung des großen Stroms und übernimmt, flussaufwärts oberhalb der Stromschnellen, seinen Flussdampfer, der zwischenzeitlich auf Grund gelaufen und leckgeschlagen ist.

Dort, in der Hauptstation der Kolonialgesellschaft, die die Schätze der einzelnen Agenten im Dschungel sammelt und weiterverschickt, stellt er während der drei Monate, die er zur Reparatur des Schiffes benötigt, die „unerhörteste Schlamperei“ fest. Er stört sich auch daran, dass die Kolonialisten den Einheimischen ihre unsinnigen Regeln brutal aufzwängen.

Er hört von Kurtz, dem erfolgreichen Leiter der äußersten Station, der „mehr Elfenbein gesammelt, eingetauscht, erschwindelt oder gestohlen hatte, als alle die anderen Agenten zusammen“, zugleich sich aber auch in Europa einen Namen gemacht hatte und „so reich begabt war und dass von allen seinen Gaben die vorherrschende, die, die sich unaufhörlich bestätigte, seine Rednergabe war, seine Worte – die Gabe des Ausdrucks, die verblüffende, erleuchtende …“. Diesem Stationsleiter Kurtz, der sich bereits seit einem Jahr nicht mehr gemeldet hat – stattdessen schickte er seinen Gehilfen mit dem Elfenbein – gilt die 800 Meilen lange Fahrt flussaufwärts. Der Direktor der Station, eine Handvoll seiner weißen Gehilfen und etwa zwanzig Schwarze, die Marlow als Kannibalen bezeichnet, begeben sich auf die Reise.

Auf der zweimonatigen Fahrt „kroch das kleine rußige Dampfboot stromaufwärts, wie ein schwerfälliger Käfer“, immer bedroht von treibenden Baumstämmen, Stromschnellen und Untiefen. Die Rätsel, die das Land beinhaltet, werden für Marlow, der die Reise immer wieder als eine Reise ins Dunkel, ins Innere beschreibt, immer unverständlicher:

„Ich fühlte plötzlich, wie groß, wie unheimlich groß das Ding war, das nicht sprechen konnte und vielleicht ebenso wenig hören. Was war dort drin? Ich konnte sehen, dass ein wenig Elfenbein von da herauskam, und hatte gehört, dass Herr Kurtz dort drin war.“

Zum Ende der Reise, kurz vor Erreichen der äußersten Station, eskaliert die Lage. Sie finden in der verlassenen Hütte eines Europäers aufgeschichtetes Brennholz für den Dampfkessel und die schriftliche Aufforderung, schleunigst zur Station zu kommen, sich aber vorsichtig zu nähern.

Am Morgen der Ankunft, wenige Meilen unterhalb, ein unbeschreiblicher Klageruf, Trommeln erschallen, Schreie, das flussaufwärts stampfende Schiff wird von Pfeilen und mittels Baumstämmen angegriffen, der schwarze Steuermann stirbt, von einem Speer getroffen, in der Steuerkabine zu Marlows Füßen. Sie können die Angreifer aber vertreiben, wobei die weißen Reisegefährten, von Marlow durchgehend ‚Pilger‘ genannt, an die Macht ihrer Gewehre glauben, Marlow an den durchdringenden Pfiff seiner Dampfpfeife.

Wenig später machen sie am Ufer fest, und während sich der Direktor mit seinen Gefährten zum Hügel begibt, wo er in der Station den kranken oder toten Kurtz vermutet, entspinnt sich ein Gespräch zwischen Marlow und einem jungen russischen Abenteurer, der ganz allein und auf eigene Faust ins Landesinnere gereist war und der auch die schriftliche Warnung am Fluss hinterlassen hatte. Er hat ein ambivalentes Verhältnis zu Kurtz, dem er sich angeschlossen hat. Er bewundert Kurtz, erzählt aber befremdet von Kulthandlungen, mit denen Kurtz die Einheimischen an sich binde und zu quasireligiöser Verehrung bringe. Mit ihnen habe er seine Streif- und Eroberungszüge durchgeführt. Nun liege er oben, todkrank, in seiner Station, seit Monaten ohne Medizin …

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Herz der Finsternis aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz der GNU für freie Dokumentation und CC-by-sa 3.0.