MrSpinnert von MrSpinnert, 3 Wochen her
My Duduś

Mein Duduś
Im Sommer 2020 kehrte ich während einer Pause von meinem Studium an der Łódź Filmschule in Polen nach Chicago zurück. Als ich dort ankam, führte mich meine Mutter leise in ein Zimmer, wo sie behutsam eine seltsame, haarlose Kreatur aus einem Schuhkarton zog. Es sah aus, als wäre es von einem anderen Planeten auf die Erde gestürzt.

„Er schläft“, flüsterte sie, als sie den Karton öffnete. Ein winziger Kopf lugte aus dem Berg von Handtüchern, Decken und einem selbstgebastelten Heizkissen aus einer gebrauchten weißen Socke und Reis hervor. „Was ist das?“ fragte ich. Ich kniff die Augen zusammen, als ich die Decke vorsichtig bewegte, um den Oberkörper des Tieres freizulegen. „Ist das ein Eichhörnchen?“ Ich sah zu ihr hinüber, und obwohl es dunkel war, erhellte ihr strahlendes Lächeln den Raum. „Ja“, nickte sie.

Meine Mutter hatte das Eichhörnchenbaby ausgesetzt in ihrem Garten gefunden. Sie wandte sich an Tierheime in der Nähe, aber die konnten während der Covid-Pandemie kaum mehr Tiere aufnehmen, also kümmerte sich meine Mutter selbst um das Tier. Meine Intuition sagte mir, dass ich eine Kamera in die Hand nehmen sollte. Ich wusste, dass hier etwas Besonderes passiert. Meine Mutter, eine polnische Einwanderin, die mich allein großgezogen hatte, war mit ihrem leeren Nest konfrontiert, nachdem ich zur Schule gegangen war, und ich wusste, welche Freude die Aufzucht des Eichhörnchens ihr bereiten würde.

Nach meiner Rückkehr nach Polen sah ich, wie meine Mutter es aufzog, wie sie mich aufgezogen hatte – mit viel Liebe und Sorgfalt. Aber es war ein wildes Tier, und schließlich musste meine Mutter tun, was alle Mütter tun: ihr Kind in die Welt hinauslassen. Hier dokumentiere ich ihre gemeinsame Reise.

Ein Film von Tom Krawczyk


My Duduś
During the summer of 2020, I returned home to Chicago during a break from my studies at the Łódź Film School in Poland. When I got there, my mother quietly walked me into a room where she gently pulled a strange, hairless creature out of a shoe box. It looked as if it had plummeted to earth from another planet.

„He’s sleeping,“ she whispered as she opened the box. A tiny head peeked out from the mountain of towels, blankets and a homemade heating pad made out of a used white sock and rice. „What is that?“ I asked. I squinted my eyes as I gently moved the blanket to expose the animal’s torso. „Is that a squirrel?“ I looked over at her, and even though it was dark, her beaming smile lit up the room. „Yes,“ she nodded.

My mother had found the baby squirrel abandoned in her yard. She contacted animal shelters nearby, but they were struggling to take in more animals during the Covid pandemic, so my mother began caring for him herself. My intuition told me to pick up a camera. I knew something special was happening. My mother, a Polish immigrant who had raised me by herself, had been dealing with her newly empty nest after I left for school, and I knew the joy that raising the squirrel would bring her.

After returning to Poland, I saw my mother raise him as she raised me – with meticulous love and care. But he was a wild animal, and eventually my mother had to do what all mothers do: let her child go out into the world. Here, I document their journey together.

A film by Tom Krawczyk