MrSpinnert von MrSpinnert, vor 6 Monaten
Satire – Lachen für die Demokratie?

Lachen und gleichzeitig Nachdenken über aktuelle Politik und über gesellschaftliche Probleme – funktioniert das?

Fernsehsendungen wie die „heute-show“, „Die Anstalt“ und „extra 3“ erreichen ein Millionenpublikum. Auch im Internet, unter anderem auf YouTube, feiern Comedy- und Satiresendungen große Erfolge und erzielen fünf- bis sechsstellige Abrufzahlen. Lachen funktioniert, die Inhalte der Sendungen erreichen die Menschen. Zwar belassen es viele Sendungen beim bloßen Humor, ohne politisch und gesellschaftlich relevante Inhalte zu thematisieren, aber gerade ausdrücklich politische Sendungen wie etwa die „heute-show“ zählen zu den erfolgreichsten Programmen.

RESPEKT fragt nach, welche Bedeutung Satire und Humor für die Vermittlung politischer Inhalte und damit für unsere Demokratie insgesamt haben.

In Dresden besucht Sabine Pusch für RESPEKT die „Herkuleskeule“, eines der ältesten und renommiertesten Theater Deutschlands. Seit 60 Jahren wird hier politisches Kabarett aufgeführt. Wolfgang Schaller ist hier schon seit den 1970er Jahren tätig. Er berichtet Sabine Pusch, wie das Ensemble zu DDR-Zeiten mit Zensur und nicht vorhandener Meinungsfreiheit zu kämpfen hatte. Trotzdem leistete die „Herkuleskeule“ mit ihrem Programm einen Beitrag zur langsamen Demokratisierung der DDR.

Bis heute setzen sich die Autor*innen in ihren Programmen für Meinungsfreiheit, Toleranz und ein friedliches demokratisches Zusammenleben ein. 30 Jahre nach Ende der DDR werden sie heute von Rechtspopulisten und Rechtsextremen aus dem Pegida-Umfeld angegriffen.

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KEY-FACTS

  • Satire heißt, sich durch Übertreibung oder Spott über Mächtige lustig zu machen und Kritik zu üben an Ungerechtigkeiten in Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen.
  • Die Kunst ist es, die Menschen gleichzeitig zum Lachen und zum Nachdenken zu bringen.
  • Auch darf niemand angegriffen werden, der sich nicht wehren kann.
  • Satiriker*innen leben mitunter gefährlich, denn sie sagen Dinge, die etwa Politiker*innen nicht gerne hören.

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