Feel the V – Kunst als Einladung zur Selbsterfahrung

Die Performance „Feel the V“, eine am eigenen Leib spürbare Installation, wurde erstmals im Juni 2017 im Rahmen des Festivals „Hedoné Seminar“ in Garbicz, Polen präsentiert. Die aus Stoff gefertigte, mit 450 Litern Styroporkugeln und Kissen gefüllte dreidimensionale Nachbildung der Anatomie des weiblichen Geschlechtsorgans dient als Medium und Tor zu einer ganz persönlichen Auseinandersetzung mit der V.

Asymmetrisch, die inneren Schamlippen größer als die äußeren, will die Installation ein realistisches Bild der Vulva jenseits von obskuren Idealen vermitteln.
Durch eine Beteiligung der Rezipienten wird die Installation zum Leben erweckt. Beim Betreten werden die Körper wie bei einer Umarmung umschlossen, der Rezipient spürt die Vulva, er kann sie anfassen. Die tastbaren Sinne werden stimuliert und die Fantasie angeregt. Form und Anatomie der Vulva können über alle Sinne wirken. Der Rezipient hat Gelegenheit sich mit der Vulva anzufreunden. Er geht durch sie hindurch, gelangt in das Innere der Vagina und setzt sich durch die von außen gegebene Stimulation nun mit sich, seinem inneren Gefühlsleben und seiner ganz persönlichen Beziehung zu seinem eigenen Geschlechtsorgan auseinander.

Die Einheit zwischen der raumgreifenden Installation und der in ihr stattfindenden Interaktion vermittelt eine selbstbestimmte Kunsterfahrung, bei der neue und so bisher nicht wahrgenommene Bilder im Kopf entstehen.

Diese Interaktion soll vor allem positive Emotionen freisetzen – fernab von falschen Schönheitsidealen, Scham und Porno-Assoziationen.
Durch diese Performance wird die Vulva in ihrem Dasein neu gewertet. Es wird ein künstlerisches Erlebnis geschaffen, das die Rezipienten zum Ursprung ihrer selbst und zum Ursprung der Welt führt.

Feel the V – Kunst als Einladung zur Selbsterfahrung

vor 2 Jahren
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„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“
(Thomas Morus; 7. Februar 1478; † 6. Juli 1535)