Gefühlte Unsicherheit – wie Populisten und Medien Ängste schüren

Die Polizeistatistik verzeichnet seit Jahren immer weniger Straftaten. Trotzdem fühlen sich immer mehr Menschen unsicher. Wer schürt die Angst, wer profitiert davon?

Statistisch gesehen wird das Leben in Deutschland seit Jahren immer sicherer. Laut Kriminalstatistik geschehen hier immer weniger Straftaten. Gleichzeitig fühlen sich aber immer mehr Menschen in Deutschland unsicher, haben Angst vor Kriminalität oder vor Fremden – mit gravierenden Folgen für die Gesellschaft. Woher kommt dieses Gefühl, wenn nicht als Reaktion auf reale Risiken? Wem nutzt diese Verunsicherung und wird sie gezielt erzeugt?

RESPEKT-Moderatorin Sabine Pusch erkundet Orte, die vielen Angst machen. Sie erlebt, wie Angstgefühle die Wahrnehmung beeinflussen und lernt, welche psychologischen Mechanismen dabei im Spiel sind. Bei Medienforschern erfährt sie, wie und von wem Ängste geschürt werden: von bezahlten Internet-Trollen, aber auch von klassischen Medien, die ihre Auflage steigern wollen. Beide stellen reale oder auch erfundene Gewalttaten maximal bedrohlich dar. Damit spielen sie Populisten und rechten Netzwerken in die Hände, die bewusst Stimmung gegen vermeintlich gefährliche Bevölkerungsgruppen machen.

Was sich dagegen tun lässt, erfährt die Moderatorin bei Aktivisten, die Angstkampagnen mit Aufklärungsarbeit begegnen und bei lokalen Helferkreisen in sozialen Brennpunkten. Dort zeigt sich: Besonders stark wächst die gefühlte Unsicherheit, wenn Menschen viele andere reale Sorgen haben.


KEY-FACTS

Immer mehr Menschen fühlen sich unsicher: Zwischen 2012 und 2017 ist der Prozentsatz der Deutschen, die sich „sehr oder eher unsicher“ fühlen, um 4 Prozent gestiegen, auf 21 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Gewaltverbrechen um 3 Prozent zurückgegangen.

Fakten helfen wenig dabei, die negative Wahrnehmung zu verändern. Denn die Angst und Unsicherheit entstehen aus einem Gefühl, nicht aus Tatsachen.

Populisten und Medien schüren Ängste, indem sie bevorzugt über Negatives berichten, etwa über Kriminalität von Geflüchteten.

Die so genannte „kognitive Verzerrung“ führt dazu, dass Menschen irgendwann nur noch Negatives wahrnehmen. Viele von ihnen fühlen sich als Opfer: etwa einer „verfehlten Fremdenpolitik“.


MEHR INFORMATIONEN – Angst/Klima/Stimmungsmache/Fremdenfeindlichkeit


DAS IST RESPEKT

Demokratie, Grund- und Menschenrechte sind nicht abstrakte Begriffe, sondern Werte, die täglich unser gemeinschaftliches Leben bestimmen. Doch sie müssen erlernt, gelebt und verteidigt werden.
In Reportagen und Erklärvideos hinterfragt das multimediale Format „RESPEKT“ Vorurteile und Klischees zu Themen wie Fremdenfeindlichkeit, Homophobie oder Sexismus. Menschen, die sich für Weltoffenheit und Toleranz einsetzen, zeigen, warum alle von einem solidarischen Miteinander profitieren.

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vor 7 Monaten
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„Des Nächsten Leid zu lindern hilft einem, das eigene zu vergessen.“
(Abraham Lincoln; * 12. Februar 1809; † 15. April 1865)