Gulag – Die sowjetische „Hauptverwaltung der Lager“ (1/3)

Der Gulag gilt als eine der markantesten historischen Besonderheiten des 20. Jahrhunderts. Das 1918 ins Leben gerufene Netz sowjetischer Straf- und Arbeitslager, eine Art Staat im Staate, wurde viele Jahrzehnte lang geheim gehalten und geleugnet. Die Zwangsarbeiter sollten ihren Beitrag zum Aufbau des Sozialismus leisten. Folge 1/3: Die Anfänge 1917-1933

Mit der Errichtung der ersten Straf- und Arbeitslager wurde bereits 1918 begonnen, nur wenige Monate nach der Oktoberrevolution. Die Bolschewiki wollten sich dort ihrer politischen Gegner entledigen und „asoziale Elemente“ durch Zwangsarbeit umerziehen. Einen ersten Großversuch starteten sie auf den Solowezki-Inseln, wo Tausende politische Gefangene und andere Straftäter auf unmenschlichste Weise gefügig gemacht werden sollten. Nach Lenins Tod übernahm Stalin die Macht, peitschte die Industrialisierung des Landes durch und ließ die Landwirtschaft zwangskollektivieren, was zu großen Hungersnöten führte. In weit abgelegenen Gegenden wie der sibirischen Kolyma-Region entstanden riesige Zwangsarbeiterkomplexe. Die sowjetische Geheimpolizei GPU, die zur Aufgabe hatte, den „Volkskörper“ von „zersetzenden Elementen“ zu reinigen, schickte Hunderttausende ins Lager, wo sie einen Beitrag zum Aufbau des Sozialismus leisten sollten.

Dokureihe, Regie: Patrick Rotman (F 2017, 54 Min)

Gulag – Die sowjetische „Hauptverwaltung der Lager“ (1/3) | ARTE

 

 

vor 2 Monaten
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„Es ist immer ein heiter stimmender Anblick, wenn Prinzipienreiter abgeworfen werden.“
(Werner Finck; * 2. Mai 1902; † 31. Juli 1978)