quer vom 04.04.2019

Kritik und Satire in quer vom 04.04.2019 mit Christoph Süß und den Themen:

Tatort Biotonne: Wie der Plastikmüll ins Blumenbeet kommt
Es ist Frühling und überall in Bayern werden die Gärten hergerichtet – doch immer öfter mit bösen Überraschungen. Auch Lothar Steiner aus dem Allgäu ist begeisterter Hobbygärtner. Bislang kaufte er seine Bio-Pflanzenerde eigentlich mit gutem Gewissen beim örtlichen Wertstoffhof. Bis er neulich aus drei Beuteln mehr als eine Handvoll Plastikabfälle fischte. Mikroplastik in der Blumenerde, ein Zufall? Anscheinend nicht. Denn eine Studie der Uni Bayreuth zeigt, dass der Biomüll aus Haushalten und Gewerbe eine der Hauptquellen für Plastikrückstände in Komposten ist. Ein Grund: Es landet viel zu viel Plastikabfall in der Biotonne.

Fridays for Future: Vergiftet der Klimastreik das Schulklima?
Die Freitags-Demos bringen immer mehr Schulleiter in die Bredouille. Während die einen ihre Schüler demonstrieren und den Unterricht später nachholen lassen, fahren andere die harte Tour: Sie geben bei unentschuldigtem Fehlen Verweise. Wieder andere greifen in ihrer Verzweiflung sogar zur Androhung von Bußgeldern. Je länger die Demos laufen, umso wichtiger wäre für die Schulen eine klare Linie von oben. Und das Kultusministerium? Minister Piazolo verweist einerseits auf das Gesetz, in dem die Schulpflicht ja klar geregelt ist, betont andererseits aber, dass die Schulleiter einen Ermessensspielraum haben und appelliert an deren pädagogische Kompetenz. Will die Politik vielleicht vermeiden, dass die Klimaproteste durch ein rigoroses Durchgreifen noch gestärkt werden?

Sommer, Sonne, Spaßbremse? Strandbäder sperren Sprungtürme
Eine Rutsche in den See, ein Sprungturm für den „Hecht“ oder eine Badeinsel zum Sonnen – für die Badegäste Attraktionen. Für die Bürgermeister von bayerischen Gemeinden mit Strandbädern aber mittlerweile Anlass zu Sorge: Denn nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes gilt dort eine verschärfte Aufsichtspflicht. Bei Unfällen haften Bürgermeister und Gemeinderat. Um nicht mit einem Bein im Gefängnis zu stehen, müssen sie sich jetzt was einfallen lassen: Entweder mehr Geld in die Hand nehmen für weitere Bademeister, oder aber auf die Spaßbremse treten und Sprungtürme abschaffen. Wieviel Sicherheit muss, wieviel Freiheit darf heute noch sein?

Luxus-Versiegelung? Streit um Chalets in Bad Reichenhall
Ferienwohnungen oder Pensionen sind out – wer es sich leisten kann, urlaubt heutzutage im privaten "Chalet" mit Designerküche und Wellness-Oase. Überall in Bayern entstehen Chalet-Resorts. Auch in Bad Reichenhall ist aktuell wieder eines angedacht. Luxus-Resorts versprechen Alpenromantik mit viel Auslauf – zu saftigen Preisen. In Österreich ist der Boom schon wieder vorbei. Hier beklagt man mittlerweile die Verschandelung der Natur, Flächenversiegelung und leerstehende Zweitwohnungen als Folge des Chalet-Hypes. Machen die Bayern jetzt die gleichen Fehler wie zuvor die Österreicher?

quer … durch die Woche mit Christoph Süß vom 04. April 2019 | BR

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„Lieber aufrecht sterben, als auf Knien leben.“
(Albert Camus; * 7. November 1913; † 4. Januar 1960)