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Ermutigung

Wolf Biermann – Ermutigung | Leipzig, Dezember 1989

Wolf Biermann schrieb das Gedicht Ermutigung 1968 für seinen Freund und Dichter Peter Huchel. Es soll Warnung aber auch Ermutigung zugleich sein, sich trotz der herrschenden Zustände nicht verhärten und verbittern zu lassen. Denn, so erzählt es die letzte Strophe, der kommende Frühling ist nah und das Grün bricht aus den Zweigen.

 

 

Du, laß dich nicht verhärten
in dieser harten Zeit.
Die allzu hart sind, brechen,
die allzu spitz sind, stechen
und brechen ab sogleich.

Du, laß dich nicht verbittern
in dieser bittren Zeit.
Die Herrschenden erzittern
 – sitzt du erst hinter Gittern –
doch nicht vor deinem Leid.

Du, laß dich nicht erschrecken
in dieser Schreckenszeit.
Das wolln sie doch bezwecken
daß wir die Waffen strecken
schon vor dem großen Streit.

Du, laß dich nicht verbrauchen,
gebrauche deine Zeit.
Du kannst nicht untertauchen,
du brauchst uns und wir brauchen
grad deine Heiterkeit.

Wir wolln es nicht verschweigen
in dieser Schweigezeit.
Das Grün bricht aus den Zweigen,
wir wolln das allen zeigen,
dann wissen sie Bescheid

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„Es gab einmal ein Zeitalter, es war das griechische, da war der Mensch das Maß aller Dinge. Heute sind die Dinge das Maß aller Menschen.“
(Werner Finck; * 2. Mai 1902; † 31. Juli 1978)
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