MrSpinnert von MrSpinnert, vor 3 Monaten
Krieg in der Ukraine

Seit den frühen Morgenstunden des 24. Februar bombardieren russische Truppen die Ukraine. Wladimir Putins Angriffskrieg zwingt Hunderttausende ukrainische Zivilisten zur Flucht in die Nachbarländer Polen, Rumänien und Moldawien. Viele Ukrainer:innen wollen vor den Raketen aber nicht fliehen, sie entscheiden sich bewusst zu bleiben und ihr Heimatland zu verteidigen.

Die Hafenstadt Mariupol im Osten der Ukraine ist unter Dauerbeschuss. Hier hat der Militärpastor Gennadiy Mokhnenko vor mehr als 20 Jahren ein Kinderheim gegründet. 4.000 Kinder sind dort aufgewachsen – 35 haben der Pastor und seine Frau im Laufe der Jahre selbst adoptiert. Die Angst vor Angriffen durch pro-russische Separatisten oder gar einem Krieg mit Russland – seit 2014 war sie hier Alltag und seit Ende Februar bittere Realität. Nach einer Warnung von Freunden aus dem Militär blieben Gennadiy Mokhnenko nur 50 Minuten, um rund 200 Kinder und Frauen seiner Einrichtungen aus der Stadt zu schaffen. Die Evakuierung ist geglückt, nun ist der Pastor zurück in Mariupol, um zu kämpfen.
Das Nachbarland Polen hat bislang rund eine halbe Million Ukrainerinnen und Ukrainer aufgenommen. In der polnischen Grenzstadt Przemyśl organisieren Freiwillige wie Oksana Romaniec die Versorgung und Unterbringung vor allem von ukrainischen Frauen und Kindern. Oksana ist in Polen geboren, ihre Eltern wie auch ihr Freund Mykoła sind Ukrainer. Das Haus von Mykołas Eltern haben sie kurzerhand in eine Notunterkunft umgewandelt. Am Bahnhof von Przemyśl kommen täglich hunderte Flüchtlinge an. Die Züge und Busse fahren direkt wieder zurück in die Ukraine mit Männern, die ihr Heimatland unter Waffen verteidigen wollen.
In Berlin organisiert der 33-jährige Ukrainer Andriy Ilin Friedensdemonstrationen, koordiniert ankommende Flüchtlinge und baut ein Spendenzentrum auf. Andriy will seine Eltern nach Deutschland holen. Sie leben zusammen mit seinem Bruder in der Westukraine. Doch Bruder und Vater dürfen nicht mehr ausreisen. Es gilt ein Ausreisestropp für Männer zwischen 18 und 60 Jahren. Die Mutter will die beiden nicht allein lassen und bleibt, trotz Krieg.

Reportage (D 2022, 32 Min)

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