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Das Erbe des Kolonialismus

Israel Kaunatjike ist Nachkomme der Hereros, an denen deutsche Kolonialtruppen vor über hundert Jahren Völkermord begingen. Von Berlin aus geht er auf eine Spurensuche in seine alte Heimat Namibia. Seine Reise führt in die deutsch geprägte Küstenstadt Swakopmund. Hier kommen Hereros aus ganz Namibia zusammen, um in einem großen Gedenkmarsch an den Völkermord zu erinnern.

Israel Kaunatjike ist Berliner und Nachkomme der Hereros – einer Bevölkerungsgruppe Namibias, an denen deutsche Kolonialtruppen vor über hundert Jahren im damaligen „Deutsch-Südwestafrika“ Völkermord begingen. Von Berlin – der ehemaligen Hauptstadt der deutschen Kolonialmacht – geht er auf eine Spurensuche in seine alte Heimat Namibia.
Während Israels Reise durchs Land wird deutlich, wie eng die Geschichte Namibias und die Deutschlands noch heute miteinander verflochten sind. Er sieht seine Familie und ihre Traditionen, trifft sich mit seiner Freundin Esther Muinjangue, die als erste Herero-Frau zur Ministerin Namibias aufsteigt und besucht Laidlain Periganda, der in Namibia ein Genozid Museum betreibt. Sie alle berichten von ihren Erfahrungen und erklären, wie sie auf ihre Weise mit der schmerzhaften Vergangenheit, dem Erbe des deutschen Kolonialismus, umgehen. 130 Kilometer östlich von Namibias Hauptstadt Windhuk entfernt, betreibt der deutschstämmige Rainer Seifart seine Farm namens „Heimat“. Er kann nicht verstehen, warum 2013 das ehemalige deutsche Kolonialdenkmal in Windhuk demontiert wurde, und sieht sich und die deutschsprachige Gemeinde Namibias als rechtmäßige Erben des Landes.
Die Spurensuche in Namibia führt durch die Kalahari-Wüste bis an den Atlantik in die Küstenstadt Swakopmund. An diesem Hotspot deutscher Kolonial-Nostalgie kommen Hereros aus ganz Namibia zu einem großen Gedenkmarsch zusammen – es kommt zur Konfrontation.

Reportage (D 2021, 33 Min)

Das Erbe des Kolonialismus | ARTE Re: