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MrSpinnert von MrSpinnert, 3 Wochen her
Kampf gegen Serbiens gelenkte Demokratie

Bei den Neuwahlen in Serbien im vergangenen April traten wieder alle Parteien an, nachdem bei der letzten Wahl die Opposition zur nationalpopulistischen SNS von Aleksandar Vučić wegen unfairer Wahlbedingungen die Wahlen boykottiert hatte. Amtsinhaber Vučić, der seit 2017 im Amt ist, hat die Präsidentschaftswahl gewonnen. Eine Katastrophe für Serbiens Demokratie.

Dragana Rakic will bei der Wahl am 3. April für die oppositionelle Demokratische Partei ins serbische Parlament einziehen. Sie hat genug vom Klima der Angst in ihrem Land. Als Kommunalpolitikerin wurden sie und andere Kolleginnen von Mitgliedern der regierenden nationalpopulistischen SNS regelmäßig beleidigt. Andere Oppositionspolitikerinnen und –politiker wurden physisch bedroht und eingeschüchtert. Falschmeldungen zum Ukraine-Krieg und Verleumdungskampagnen in regierungsnahen Boulevardmedien beschäftigen auch die Journalistinnen und Journalisten der investigativen Online-Plattform KRIK wie Vesna Radojević: Sie recherchieren Korruptionsfälle, die bis in die Regierungsspitze reichen und werden dafür immer wieder angefeindet. Im Gegensatz zu den meisten großen Medienhäusern ist die KRIK–Redaktion unabhängig finanziert.
Vukosava Crnjanski gehört zu den Gründerinnen der EU-geförderten Wahlbeobachtungsorganisation CRTA. Schon vor der Wahl haben sie und ihr Team Versuche der Wahlmanipulation und Bestechung registriert, und auch die Berichterstattung wird von der Regierung dominiert.
Sie alle hoffen, dass bei den Parlamentswahlen die Regierung von Aleksander Vučić ihre Zwei-Drittel Mehrheit verliert. Sie alle kämpfen für ein unabhängiges und demokratisches Serbien und damit gegen den gefährlichen Einfluss nationalpopulistischer Strömungen auf Europas Demokratien.

Reportage (D 2022, 32 Min)

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