MrSpinnert von MrSpinnert, 5 Tage her
Krieg ums Panzerdenkmal

In der estnischen Grenzstadt Narva sind über 90 % der 54.000 Einwohner russischstämmig, doch eine Minderheit der Esten regiert die Stadt. Bürgermeisterin Katri Raik bemüht sich seit Jahren um eine gemeinsame estnisch-russische Identität. Seit Beginn des Ukraine-Krieges wird das Zusammenleben der russischen Mehrheit und der estnischen Minderheit auf eine harte Probe gestellt.

In der estnischen Grenzstadt Narva sind über 90 Prozent der 54.000 Einwohner russischstämmig, doch eine Minderheit der Esten regiert die Stadt. Bürgermeisterin Katri Raik bemüht sich seit Jahren um eine gemeinsame estnisch-russische Identität.
Seit Beginn des Ukraine-Krieges wird das Zusammenleben der russischen Mehrheit und der estnischen Minderheit auf eine harte Probe gestellt. Wie im gesamten Baltikum geht auch hier die Angst vor einer russischen Invasion um. Die estnische Regierung hat den Ton gegenüber Russland verschärft. Seitdem die estnische Regierung ein sowjetisches Panzerdenkmal am Rande der Stadt abbauen ließ, ist die Stimmung in der Stadt noch aufgeheizter. Für die Esten war es ein Symbol für die russische Aggression, für die russischstämmige Bevölkerung eine Erinnerung an den Sieg über Nazi-Deutschland. Der ehemalige Standort des Panzerdenkmals, das im August 2022 abgebaut wurde, ist inzwischen zu einer Art Wallfahrtsort für die russischstämmige Bevölkerung geworden.
Das Kamerateam begleitet neben der Bürgermeisterin Katri Raik auch den Denkmalschützer Maadis Tuuder. Und beobachtet junge Russen unter der Leitung des estnischen Reserveoffiziers Roger Vinni bei einer Übung des paramilitärischen Heimatschutzes. Sie treten gegen Vorurteile an und oft auch gegen den Widerstand ihrer eigenen Familien und Freunde. Doch viele von ihnen fühlen sich inzwischen als Esten und wären auch bereit, ihre Heimat gegen Invasoren ihrer eigenen Volksgruppe zu verteidigen.

Reportage (D 2022, 32 Min)

Krieg ums Panzerdenkmal | ARTE Re: