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MrSpinnert vor 17 Jahren
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Die Geschichte vom Brandner Kaspar (2008)

„Die Geschichte vom Brandner Kaspar“ ist eine Tragikomödie aus dem Jahr 2008 von Joseph Vilsmaier. Das drehbuch von Klaus Richter basiert auf dem Bühnenstück „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“ von Kurt Wilhelm aus dem Jahr 1975, das wiederum auf der „Gschicht vom Brandner Kasper“ von Franz von Kobell aus dem Jahr 1871 beruht.

Joseph Vilsmaiers Neuverfilmung vom „Brandner Kaspar“ mit Franz Xaver Kroetz und Michael „Bully“ Herbig: Der Brandner Kaspar ist ein lebenslustiger Wilderer, dem niemand was anhaben kann. Doch dann klopft kurz vor seinem 70. Geburtstag der Tod höchstpersönlich an: Doch der alte Sturkopf hat noch längst keine Lust abzutreten und beschließt, den Tod auszutricksen. Am idyllischen Schliersee, im 19. Jahrhundert: Der Brandner Kaspar macht als berüchtigter Wilderer die Gegend unsicher. Seine erbitterten Gegner, Bürgermeister Kugler und dessen Gendarmen, haben dem alten Schlitzohr noch nie etwas nachweisen können.

Als aber der Brandner einen Streifschuss abbekommt und verletzt in seiner Hütte liegt, scheint es ihm endgültig ans Schlafittchen zu gehen. Mit Blitz und Donner kommt uneingeladen ein bleiches, schwarz gewandetes Wesen in seine gute Stube: Es ist der Sensenmann, der den Kaspar holen will. Der denkt aber nicht daran zu sterben und verführt den grantigen Schnitter zu einem munteren Spielchen, bei dem er mit gezinkten Karten weitere 20 Lebensjahre herausschindet.

Während der Tod seinen Fehler vor Petrus und der Himmels-Bürokratie rechtfertigen muss, freut sich der Brandner Kaspar seines Lebens. Als aber seine hübsche Enkelin Nannerl bei einem Jagdunfall stirbt, erweist sich der Segen als Fluch. Nun wittert der Tod seine Chance und gewährt Kaspar probehalber einen Blick ins weiß-blaue Paradies. Dem Brandner Kaspar drohen jedoch aufgrund seines langen Sündenregisters viele Jahre Fegefeuer. Da bekommt der alte Schlawiner unverhofft Hilfe von ganz Oben.

Franz von Kobells 1871 in altbayerischer Mundart veröffentlichte, tragikomische „G’schicht’ vom Brandner Kaspar“ besitzt seit ihrer Theateradaption 1934 nicht nur auf bayerischen Bühnen ein ewiges Leben. Der querköpfige Held, listig gegen irdische und himmlische Obrigkeiten kämpfend, wurde zum Mythos und Inbegriff bajuwarischer Mentalität. Bereits 1949 wurde die zeitlose Parabel mit Paul Hörbiger als Tod verfilmt. Auch Regisseur Joseph Vilsmaier besetzt die Hauptrollen seiner weiß-blauen Alpen-Comedy mit prominenten Charakterköpfen.

Der „Kir Royal“-Star Franz Xaver Kroetz verkörpert den gemütlichen Dickschädel Brandner, dessen anarchische Ader ihn zum Verfemten und zum Volkshelden macht. Comedian Michael „Bully“ Herbig verleiht als „Boanlkramer“ dem Tod schwermütig menschliche Züge. Auch sonst bleibt die vergnügliche Mischung aus Märchen und Parabel, Volksstück und Liebesfilm der Vorlage treu und erdet katholisch-barocke Metaphysik mit grimmig lakonischem Humor. 2008 wurden die Hauptdarsteller Franz Xaver Kroetz und Michael „Bully“ Herbig beim Bayerischen Filmpreis mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet.

Regisseur Joseph Vilsmaier feierte 2019 am 24. Januar seinen 80. Geburtstag. „Bei Vilsmaier ist jede Nebenrolle ein Spaß für sich, etwa Jörg Hube als Petrus im wunderbar kitschigen bayerischen Himmel oder Detlev Buck als preußischer General Karl Wilhelm von Zieten, der ein Auge auf Kaspars Berghof geworfen hat. Giftig und abgründig gibt Alexander Held den gierigen, aber einsamen Bürgermeister Alois Kugler.“ (Cosima Lutz, Die Welt, 16.10.2008) (Sendetext BR)

Darsteller:

  • Franz Xaver Kroetz – Brandner Kaspar
  • Michael Herbig – Boandlkramer
  • Lisa Maria Potthoff – Nannerl
  • Peter Ketnath – Toni Birk
  • Sebastian Bezzel – Fonse Sonnenstatter
  • Jörg Hube – Petrus
  • Jürgen Tonkel – Der Heilige Nantwein
  • Herbert Knaup – Erzengel Michael
  • Alexander Held – Kugler Alois
  • Detlev Buck – Karl Wilhelm von Zieten
  • Andreas Nickl – Lechleitner
  • Elisabeth Trissenaar – Sophie
  • Marie Theres Kroetz-Relin – Traudl