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1 Woche her
Argentiniens Kultgetränk in Gefahr: Wie Mileis Kettensäge den Mate-Tee bedroht
Argentiniens Kultgetränk in Gefahr: Wie Mileis Kettensäge den Mate-Tee bedroht
Waldemar Schwinder hat Milei gewählt, aber mittlerweile bereut er die Entscheidung sehr. Waldemar produziert das wohl argentinischste Produkt, das es gibt: Mate-Tee. Messi trinkt ihn täglich und wäre wohl ohne Mate nicht Weltmeister geworden, aber auch Papst Franziskus hatte auf dem Petersplatz immer einen hölzernen Mate-Becher mit silbernem Metallstrohhalm in der Hand gehabt – typisch argentinisch eben.
Doch die Produktion und Tradition des Mate-Tees ist jetzt in Gefahr – wegen Milei. Landwirte wie Mate-Bauer Schwinder hatten Milei gewählt, weil sie auf ein Ende der hohen Inflation und staatlichen Schuldenpolitik hofften. Doch Milei entmachtete mit seiner Kettensägen-Politik der Deregulierung das nationale Institut für Mate-Tee, das bisher immer einen Mindestpreis festgelegt hatte – ganz ähnlich der Buchpreisbindung in Deutschland. Daraufhin ist der Mate-Preis abgestürzt. „Jetzt stehen Mate-Bauern wie ich ohne Schutz da, er hat uns betrogen“, klagt Schwinder, der für seine Ernte nur noch etwa die Hälfte bekommt. Das Problem ist die Verteilung der Gewinne: Kleinbauern haben jetzt keine Verhandlungsmacht mehr gegenüber den großen Mühlen und Händlern, die jetzt die Preise diktieren und nach unten drücken. Sie profitieren von den niedrigen Ankaufspreisen, mit denen kein mittlerer oder kleiner Bauer überleben kann. Betroffen sind Zehntausende in der ohnehin armen Provinz Misiones.
Argentiniens Kultgetränk in Gefahr: Wie Mileis Kettensäge den Mate-Tee bedroht | Weltspiegel
Bericht: Matthias Ebert
Kamera: Leonardo Cardoso
Schnitt: Luciana Metri
Produktion: Verena von Schönfeldt
Redaktion: Heribert Roth/ Karin Feltes



