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Die Büchse der Pandora (1928)
Die Büchse der Pandora (1928)
„Die Büchse der Pandora“ ist ein Stummfilm-Melodram aus dem Jahr 1928 von Georg Wilhelm Pabst, der gemeinsam mit Ladislaus Vajda auch das Drehbuch schrieb. Der Film beruht lose auf den Tragödien „Erdgeist“ aus dem Jahr 1895 und „Die Büchse der Pandora“ aus dem Jahr 1902 von Frank Wedekind. Wedekind fasste beide Dramen später als Bühnenfassung in einem Stück mit dem Titel „Lulu. Tragödie in 5 Aufzügen mit einem Prolog.“ zusammen.
Lulu ist die Geliebte eines angesehenen Zeitungsverlegers mittleren Alters, Dr. Ludwig Schön. Eines Tages ist sie hocherfreut, als ein alter Mann, ihr „erster Gönner“, Schigolch, vor der Tür ihrer äußerst modernen Wohnung auftaucht. Als jedoch auch Schön eintrifft, zwingt sie Schigolch, sich auf dem Balkon zu verstecken. Schön teilt Lulu mit, dass er Charlotte von Zarnikow, die Tochter des Innenministers, heiraten wird. Lulu versucht, ihn umzustimmen, doch als er den zwielichtig aussehenden Schigolch entdeckt, geht er. Schigolch stellt Lulu daraufhin dem Kraftmenschen Rodrigo Quast vor. Quast möchte, dass sie in seiner neuen Varieté-Show mitwirkt.
Am nächsten Tag besucht Lulu ihre beste Freundin Alwa, die zufällig Schöns Sohn ist. Schön ist äußerst unzufrieden, sie zu sehen, kommt aber auf die Idee, sie in der Musicalproduktion seines Sohnes auftreten zu lassen, um sie loszuwerden. Allerdings begeht Schön den Fehler, Charlotte mit zur Revue zu nehmen. Als Lulu sich weigert, vor ihrer Rivalin aufzutreten, nimmt Schön sie in einen Abstellraum mit, um sie umzustimmen – doch stattdessen verführt sie ihn. Charlotte erwischt die beiden in einer umarmten Pose.
Ein besiegter Schön findet sich damit ab, Lulu zu heiraten. Während der Hochzeitsfeier muss er angewidert mit ansehen, wie Lulu im Schlafgemach spielerisch mit Schigolch und Quast herumtollt. Er holt seine Pistole und droht, die Eindringlinge zu erschießen, doch Lulu schreit ihn an, dies nicht zu tun, da Schigolch ihr Vater sei. Schigolch und Quast können so entkommen. Unterdessen gesteht Alwa Lulu seine Liebe. Schön kehrt zurück und fordert seinen Sohn auf, zu gehen. Als sie allein sind, besteht Schön darauf, dass seine neue Frau die Waffe nimmt und sich erschießt. Als Lulu sich weigert, geht im folgenden Gerangel ein Schuss los, und Schön wird getötet.
Bei ihrem Mordprozess wird Lulu wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt. Schigolch und Quast lösen jedoch einen Feueralarm aus und bringen sie in der allgemeinen Verwirrung in Sicherheit. Als Alwa sie im Haus der Schöns wiederfindet, ist er zunächst wütend, hält Lulu jedoch davon ab, die Behörden anzurufen, um sich zu stellen. Sie beschließen, ins Ausland zu fliehen. Gräfin Augusta Geschwitz, die selbst in Lulu verliebt ist, lässt die Flüchtige ihren Reisepass benutzen. Im Zug wird Lulu von einem anderen Fahrgast, dem Marquis Casti-Piani, erkannt. Er bietet an, gegen Geld zu schweigen. Außerdem schlägt er ein Versteck vor: ein Schiff, das als illegale Spielhölle genutzt wird.
Casti-Piani verkauft Lulu an einen Ägypter für dessen Bordell. Lulu, Geschwitz, Alwa, Schigolch und Quast sind nun Passagiere auf dem Spielschiff. Quast erpresst Lulu, um Geld für seine neue Nummer zu beschaffen. Da Alwa dringend Geld braucht, um den Ägypter auszuzahlen, betrügt er beim Kartenspiel und wird erwischt. Nachdem Lulu sich zunächst an Geschwitz gewandt hatte, bittet sie nun Schigolch um Hilfe. Er überredet die zögernde Geschwitz, Quast in eine Kabine zu locken, wo sie ihn tötet. Lulu, Schigolch und Alwa fliehen in einem Ruderboot, während die Polizei das Schiff stürmt.
Sie landen in Elend, in einer zugigen Londoner Dachkammer. An Heiligabend, zur Prostitution getrieben, hat Lulu das Pech, einen reumütigen Jack the Ripper zu erwischen. Obwohl er beteuert, kein Geld zu haben, findet sie Gefallen an ihm und lädt ihn trotzdem in ihre Unterkunft ein. Jack ist gerührt und wirft heimlich sein Messer weg. Schigolch zerrt Alwa davon, bevor sie entdeckt werden. Obwohl er sie aufrichtig mag, entdeckt Jack ein Messer auf dem Tisch, als sie sich umarmen, und kann seinem Drang zu töten nicht widerstehen. Ohne von Lulus Schicksal zu wissen, feiert Schigolch mit einer Gruppe von Feiernden und erfüllt sich seinen lebenslangen Wunsch, Weihnachtspudding zu essen, während eine verzweifelte Alwa (die Jack weggehen sieht) einer vorbeiziehenden Parade der Heilsarmee folgt.
Darsteller:
- Louise Brooks – Lulu
- Fritz Kortner – Dr. Peter Schön
- Franz Lederer – Alwa Schön
- Carl Goetz – Schigolch
- Krafft Raschig – Rodrigo Quast
- Michael von Newlinski – Marquis Casti-Piani
- Daisy d’Ora – Dr. Schöns Verlobte
- Gustav Diessl – Jack the Ripper
- Alice Roberts – Gräfin Geschwitz
- Karl Etlinger – Verteidiger
- Siegfried Arno – Theaterinspizient