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Die heilige Johanna (1957)
Die heilige Johanna (1957)
„Die heilige Johanna“ (Saint Joan) ist ein Historienfilm aus dem Jahr 1957 von Otto Preminger. Das Drehbuch von Graham Greene basiert auf dem Drama „Saint Joan“ von George Bernard Shaw aus dem Jahr 1923.
Jeanne, ein Mädchen vom Lande, kommt mit einem Brief von Baudricourt im Palast des Dauphins an. Nach einem Gespräch mit dem Dauphin ernennt dieser sie zur Befehlshaberin der Armee … Mit Jean Seberg in ihrer ersten Hauptrolle präsentiert Otto Preminger seine überraschende Interpretation einer vom Kino verehrten Heldin: Jeanne d’Arc.
Im Jahr 1456 erscheint König Karl VII., der nicht schlafen kann, diejenige, der er seine Krone verdankt: Jeanne d’Arc, die ihn siebzehn Jahre zuvor aus seiner erbärmlichen Lage als enteigneter und von allen verspotteter Thronfolger gerettet hatte. Entgegen aller Erwartungen war es der bescheidenen Hirtin aus Domrémy damals gelungen, die französischen Feudalherren, die sich gegenüber den Engländern und ihren burgundischen Verbündeten in einer schwierigen Lage befanden, davon zu überzeugen, dass sie die Gesandte Gottes sei. Als Kriegsführerin sollte die Jungfrau die Belagerung von Orléans durchbrechen und den Verlauf des Hundertjährigen Krieges wenden, bis der vergessliche Monarch sie dem Feind überließ …
Doppelter Scheiterhaufen
In einer erstaunlichen Mischung aus Clownerie und Tragik verfilmt Otto Preminger gemeinsam mit seinem Freund Graham Greene, einem britischen Schriftsteller, der mehrere gelungene Adaptionen verfasst hat, ein Theaterstück von George Bernard Shaw, den er bewunderte. Ausgewählt aus 18.000 Bewerberinnen – das übertriebene Ausmaß des Castings hatte jenseits des Atlantiks für viel Gesprächsstoff gesorgt –, erhielt die damals gerade einmal 18-jährige Jean Seberg eine überwältigende Hauptrolle: Unter der strengen Führung eines Regisseurs, der für seine Wutausbrüche am Set bekannt war, musste sie eine der bereits beliebtesten Heldinnen der Filmgeschichte verkörpern. Der Film, der bei seinem Erscheinen verrissen wurde, besticht heute vor allem durch die Eleganz seiner Besetzung, trotz der ausgefeilten und in der Tat überladenen Dialoge. Im Kontrast zu dem erfahrenen Quartett, das die Machthaber verkörpert, die Jeanne ihren Interessen opfern werden, berühren die Jugend und die Verletzlichkeit der Nachwuchsschauspielerin das Herz. Übrigens: Auch wenn Jean Seberg an diesen Film die schmerzhafte Erinnerung behalten wird, von der Kritik „ein zweites Mal auf dem Scheiterhaufen verbrannt“ worden zu sein, hat sie doch dadurch den ultrakurzen Haarschnitt gewonnen, der zwei Jahre später in „Bis zum letzten Atemzug“ Wunder wirken sollte. (Sendetext arte.tv)
Darsteller:
- Jean Seberg – Jeanne d’Arc
- Richard Widmark – König Karl VII.
- Richard Todd – Jean de Dunois
- Anton Walbrook – Pierre Cauchon
- John Gielgud – Earl of Warwick
- Felix Aylmer – Inquisitor
- Archie Duncan – Robert de Baudricourt
- Harry Andrews – John de Stogumber
- Margot Grahame – Gräfin de la Tremouille
- Barry Jones – de Courcelles
- Francis De Wolff – La Tremouille
- Finlay Currie – Erzbischof von Reims
- Victor Maddern – englischer Soldat
- Bernard Miles – Henker
- David Oxley – „Blaubart“, Gilles de Rais
- Patrick Barr – Kapitän La Hire
- Sydney Bromley – Baudricourts Verwalter
- Kenneth Haigh – Ladvenu
- David Langton