Die Himmelsleiter – Sehnsucht nach Morgen (2015) – Teil 2
Die Himmelsleiter – Sehnsucht nach Morgen (2015) – Teil 2
Der 2. Teil des Geschichtsdrama aus dem Jahr 2015 „Die Himmelsleiter – Sehnsucht nach Morgen“ von Carlo Rola nach einem Drehbuch von Peter Zingler und Christian Schnalke.
Zwei Jahre nach Kriegsende liegt Köln immer noch in Trümmern. In den Ruinen schlägt sich die dreifache Mutter Anna mit ihrer Großfamilie durch. Während sie auf ihren jüdischen Mann Adam wartet, der seit über fünf Jahren vermisst wird, macht Armin Zettler ihr das Leben schwer. Der frühere Parteibonze ist längst wieder gut im Geschäft. Das ganze Viertel, darunter auch ihr Haus, will er sich aneignen und an die belgische Militärregierung verschachern. Mit Annas tatkräftigem Widerstand hat er nicht gerechnet.
Anna muss zwei Schicksalsschläge hinnehmen. Zunächst verliert sie ihren Sohn Michel und dann noch ihren Mann Adam. Der deportierte Jude hat das KZ überlebt, doch nach seiner Rückkehr haben noch immer alte Nazis das Sagen. Daran zerbricht Adam, er nimmt sich das Leben. Von all dem profitiert nur einer: Armin Zettler, ein Ex-Parteibonze, der Juden ins Gas schickte und sich nun mit ihrem erbeuteten Schmuck nach Argentinien absetzen will. Doch Anna und ihre Familie werden ihm das Handwerk legen. In diesem zweiteiligen Historiendrama nach einem Buch von Peter Zingler spielt Christiane Paul eine couragierte Mutter, die alten Nazi-Seilschaften mit Frauensolidarität und Kölscher Mentalität die Stirn bietet.
Als Anna aus dem Gefängnis zurückkehrt, schließt sie nach sechs langen Jahren ihren Mann Adam wieder in die Arme. Ihre Gefühle für den Bauern Halfen, den sie in der Zwischenzeit kennenlernte, machen die Situation nicht einfacher. Anna und ihr Mann sind sich fremd geworden, allein die gemeinsame Sorge um ihren Sohn Michel, der von der Polizei gesucht wird, lässt beide wieder zusammenrücken.
Der verzweifelte Junge sucht Hilfe bei Zettlers Sohn Gerhard, nicht ahnend, dass sein vermeintlicher Freund die Schuld auf ihn geschoben hat und nun den unliebsamen Mitwisser beseitigen will. Anna und Halfen, die nach Michel an der Himmelsleiter suchen, kommen zu spät. Mit Eröffnung Karnevalssaison findet Anna Trost und Ablenkung im geselligen Treiben. Das Leben geht irgendwie weiter. Anna und ihr Mann sagen als Zeugen im Spruchkammerprozess aus, bei dem Zettlers dunkle Vergangenheit aufgearbeitet werden soll.
Adam macht den ehemaligen Ortsgruppenleiter für seine Einweisung ins KZ verantwortlich, kann aber die notwendigen Beweise nicht erbringen. Zettler weist alle Schuld von sich und erhält tatsächlich den „Persilschein“. Aufgebracht durch den Freispruch will Adam das Recht in die eigenen Hände nehmen, doch er ist kein Mörder, er kann Zettler nicht richten. Die Konfrontation mit Adam zeigt jedoch Wirkung, denn der geldgierige Altnazi hat viel zu verlieren.
Gnadenlos nutzte er die Not verfolgter Juden aus, um all ihren Schmuck zu nehmen. Angeblich ermöglichte er ihnen die Flucht, doch von niemandem, dem er „half“, hat man je wieder etwas gehört. Nun will er nach Südamerika auswandern, doch seine Beute ist ihm nicht genug. Auch den Verkauf des Viertels an die Belgier will er noch rasch abwickeln. Alle notwenigen Papiere hat er sicherheitshalber auf den Namen seiner Frau Hermine übertragen lassen – doch die schmiedet inzwischen ihre eigenen Pläne.
Zu viel Unrecht hat sie an der Seite ihres jähzornigen Mannes erduldet, damit soll nun Schluss sein. Als Hermine zum ersten Mal in ihrem Leben aufbegehrt, tritt Anna ihr zur Seite. Sie beschützt Hermine vor Zettlers Gewaltausbruch, ein Erfolg, der Anna ermutigt. Gemeinsam mit ihrer Familie heckt sie nun eine List aus, um Zettler ein für alle Mal das Handwerk zu legen. „Die Himmelsleiter – Sehnsucht nach Morgen“ erzählt von den Nachwirkungen der Naziherrschaft. Der zweite Teil des Historiendramas nach einem Buch von Peter Zingler führt vor Augen, wie Schergen des NS-Regimes sich beim Spruchkammer-Verfahren, dem Entnazifizierungs-Prozess, durchmogeln konnten.
Neben Christiane Paul als unerschrockene Mutter spielt Axel Prahl den unbelehrbaren Antisemiten Zettler mit erschreckender Intensität. In den weiteren Hauptrollen sind Ernst Stötzner als gebrochener KZ-Überlebender und Henning Baum als aufrechter Bauer zu sehen. Der renommierte Regisseur Carlo Rola inszenierte den Zweiteiler nach einem Buch von Peter Zingler, der darin seine eigene Familiengeschichte verarbeitete. (Sendetext ARD)
Darsteller:
- Christiane Paul – Anna Roth
- Axel Prahl – Armin Zettler
- Henning Baum – Josef Halfen
- Ernst Stötzner – Adam Roth
- Lucas Prisor – Gerhard Zettler
- Lucas Reiber – Bruno Zettler
- Sarah Horváth – Sophie Roth
- Muriel Wimmer – Eva Roth
- Sina Tkotsch – Gerda Zettler
- Nikolai Kinski – René Valmund
- Jonathan Berlin – Michel Roth
- Luis Vorbach – Paul Roth
- Jiri Roskot – Heiner Halfen
- Adam Vacula – Francesco Grasso
- Teresa Harder – Hermine Zettler
- Petr Simcak – Stefan Schäfer
- Jürgen Schornagel – Heinrich Breining
- Ilse Strambowski – Clara Breining
- Thomas Bestvater – Josef Rogowski
- Najet Korel – Ilona Schäfer
- Jan Unger – Herr Petz
- Marie Jansová – Frau Kühnemeier