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MrSpinnert hat ein neues Medium hochgeladen, Nirgendwo in Afrika (2001)
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Nirgendwo in Afrika (2001)
Nirgendwo in Afrika (2001)
„Nirgendwo in Afrika“ ist ein Geschichtsdrama aus dem Jahr 2001 geschrieben und inszeniert von Caroline Link, nach dem gleichnamigen autobiographischen Roman von Stefanie Zweig aus dem Jahr 1995.
Kritiker loben „Nirgendwo in Afrika“ für seine atemberaubende Kameraführung und seine tief empfundene Emotionalität, mit beeindruckenden afrikanischen Landschaften und überzeugenden schauspielerischen Leistungen, insbesondere von Juliane Köhler und den jungen Darstellerinnen. Allerdings spaltet der Film das Publikum aufgrund seines problematischen Tempos – er wirkt gleichzeitig zu lang und gehetzt –, während Caroline Links Regie es an Fokus mangelt und die Themen zu sehr in die Breite zieht. Einige empfanden das Drehbuch als meisterhaft und ergreifend, während andere es als mechanisch mit allzu simplen Dialogen kritisierten. Trotz dieser Mängel empfanden viele den Film als zutiefst bewegend und lohnenswert, ihn mehrmals anzusehen.
Der Anwalt Walter Redlich flieht 1938 vor den Nazis nach Kenia, seine Frau Jettel folgt ihm dabei nur ungern. Sie entstammt einer wohlhabenden jüdischen Familie und empfindet das entbehrungsreiche Leben in Kenia als Zumutung. Und noch ist es für Jettel unvorstellbar, dass ihr Leben in Deutschland gefährdet sein könnte. Doch mit Ausbruch des Kriegs treffen schockierende Nachrichten von ihren deportierten Verwandten ein. Allmählich erscheint das Leben im Exil in einem anderen Licht. Ab 1938 darf Walter Redlich seinen Beruf nicht mehr ausüben. Der jüdische Anwalt flieht nach Kenia, wohin seine Frau Jettel ihm nur widerstrebend folgt.
Jettel fühlt sich in erster Linie als deutsche Staatsangehörige und dann erst ihrer Religion zugehörig. Dass man sie als Jüdin in Deutschland verfolgen könnte, kann sie sich noch nicht vorstellen – die Reise nach Afrika ist in ihren Augen ein Kurztrip. Mit dem bescheidenen Leben im Busch, wo ihr Mann als Verwalter einer maroden Farm arbeitet, kann sie sich nicht anfreunden. Dagegen blüht ihre Tochter Regina in der Fremde auf. Sie verfällt dem Zauber des Landes, lernt die Sprache und findet in dem Koch Owuor einen Freund. Mit Ausbruch des Kriegs treffen schockierende Nachrichten aus Deutschland ein.
Jettel, die sich von Walter immer mehr entfernt hat, wird bewusst, dass das Leben im Exil ein Geschenk ist. Allmählich findet das Paar wieder zueinander. Nach Kriegsende wird Walter ein Posten als Richter in Frankfurt angeboten. Zwölf bewegte Jahre sind inzwischen vergangen, in denen Jettel und Regina Kenia schätzen gelernt haben. Die beiden wissen nicht so recht, ob sie in das Land zurückkehren wollen, in dem die Mörder ihrer Eltern leben. Regisseurin Caroline Link gelang mit „Nirgendwo in Afrika“ eine eindrucksvolle Adaption des autobiografischen Weltbestsellers von Stefanie Zweig.
Ihr Film zeichnet ein realistisches Bild vom Leben jüdischer Flüchtlinge im Exil – fern von Postkarten-Idyllen a la „Jenseits von Afrika“. In den Hauptrollen überzeugen Merab Ninidze und Juliane Köhler als einander entfremdetes Ehepaar auf einer schwierigen Suche nach sich selbst. Neben Links einfühlsamer Regie ist es sicherlich auch Gernot Rolls beeindruckender Bildgestaltung zu verdanken, dass „Nirgendwo in Afrika“ 2003 mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurde. Zu den weiteren Preisen, mit denen „Nirgendwo in Afrika“ bedacht wurde, zählen der Deutsche Filmpreis 2002 in den Kategorien bester Spielfilm, beste Kamera, beste Regie, beste Filmmusik (Niki Reiser) und bester Nebendarsteller (Matthias Habich) sowie der Publikumspreis beim Bayerischen Filmpreis 2002.
„Der einfühlsam inszenierte, ausgesprochen unterhaltsame Film profitiert von wohl temperierten Landschaftsaufnahmen, flotter Dramaturgie, einfühlsamer Musik und einer entschlossenen Kamera- und Schnittführung. Dank hervorragender Schauspieler beschreibt er die Jahre der Emigration anteilnehmend und ohne sentimentale Anklänge.“ (film-dienst) (Sendetext BR Fernsehen)
Darsteller:
- Juliane Köhler – Jettel Redlich
- Merab Ninidze – Walter Redlich
- Lea Kurka – Regina jung
- Sidede Onyulo – Owuor
- Matthias Habich – Süßkind
- Karoline Eckertz – Regina älter
- Gerd Heinz – Max
- Hildegard Schmahl – Ina
- Maritta Horwarth – Liesel
- Regine Zimmermann – Käthe
- Gabrielle Odinis – Dienstmädchen Klara
- Bettina Redlich – Mrs. Sadler
- Julia Leidl – Inge
- Mechthild Großmann – Elsa Konrad