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MrSpinnert von MrSpinnert, vor 7 Jahren
Shooting Dogs

Shooting Dogs (Hunde erschießen) ist ein Spielfilm von Michael Caton-Jones aus dem Jahre 2005. Er beschreibt die ersten Tage des Völkermordes in Kigali, Ruanda, beginnend mit dem 7. April 1994, und damit einhergehend das Versagen der Unterstützungsmission der Vereinten Nationen für Ruanda (UNAMIR) – sowie die unrühmliche Rolle des UN-Sicherheitsrates. Der Film lief im TV unter dem Titel Mord unter Zeugen.

Es spielten:

  • John Hurt: Christopher
  • Hugh Dancy: Joe Connor
  • Dominique Horwitz: Charles Delon
  • Claire-Hope Ashitey: Marie
  • Susan Nalwoga: Edda
  • Steve Toussaint: Roland

Schauplatz des Films ist eine weiterführende Schule der Salesianer Don Boscos in Kigali, die belgischen Soldaten der Vereinten Nationen im Rahmen der UNAMIR-Mission als Basis diente. Der Film schildert in teilweise drastischen Bildern den Völkermord an den Tutsi und den gemäßigten Hutu durch die Hutu-Bevölkerung und Hutu-Milizen, die Interahamwe. Er verschweigt dabei nicht die Beteiligung von Teilen der Regierung Ruandas, diesen Völkermord zu planen. Die Handlungslosigkeit der Blauhelmsoldaten wird in aller Ausführlichkeit dargestellt und gipfelt im Abzug der Soldaten, bei dem ca. 2500 Bürger Ruandas, die sich in der Schule in Sicherheit wähnten, den Hutu-Milizen überlassen werden.

Die Hauptperson, der junge Joe Connor, ist an der weiterführenden Schule (Ecole Technique Officielle) als Lehrer beschäftigt. Dabei lernt er Marie kennen, eine ausgezeichnete Schülerin und begabte Langstreckenläuferin, zu der er sich hingezogen fühlt. Beginnt der Film noch mit der Darstellung einer heilen Welt, in der die Zugehörigkeit der Schüler zur Gruppe der Tutsi oder Hutu keine Rolle spielt, wendet sich kurz darauf das Blatt. Joe findet sich wieder in einer Stadt gefüllt mit mordlüsternen Menschen, die auf brachiale Art mittels Macheten andere Menschen töten. Selbst François, ehemals freundlicher und aufgeschlossener Hilfsarbeiter in der Schule und Hutu-stämmig, gerät in den Sog des Blutrausches. Christopher, der katholische Priester der Schule und Mentor von Joe, begibt sich auf einer riskanten Fahrt in die Stadt, um Medikamente für ein krankes Kind zu holen. Dabei sieht er an den Straßenrändern, in einem Kloster und direkt neben der Apotheke blutüberströmte Leichen liegen. Dies erschüttert Christopher zunächst in seinem christlichen Glauben.

Schon kurz nach Beginn der Tötungen quillt die Schule vor Flüchtlingen über. Auch Marie befindet sich unter den Hilfesuchenden. Joe versichert ihr, dass alles gut werden würde. Vor den Toren der Schule haben sich, in Schach gehalten von den UN-Soldaten, im sicheren Abstand Hunderte von gewaltbereiten Milizen und Hutu versammelt. Ihre andauernden Kampfgesänge sind in der Schule zu hören. Die Angst der Flüchtlinge wird übermächtig, und ein Ausbruchsversuch einiger Tutsi aus der Schule wird von den Milizen entdeckt. Die Tutsi werden vor den Augen der UN-Soldaten und der im Lager verblieben Flüchtlinge von den Milizen niedergemacht.

Kurz darauf machen sich streunende Hunde an den Leichen der Ermordeten außerhalb der Schule zu schaffen. Als diese zum Hygieneproblem werden, beschließt Capitaine Charles Delon die Erschießung dieser umherstreunenden Hunde. So bekam der Film seinen Titel. „Warum schießen Sie auf die Hunde, haben die Hunde Sie angegriffen?" fragt Christopher zynisch den Kommandanten Charles Delon; dieser hatte zuvor erklärt, dass das Mandat der Vereinten Nationen, dem seine Mission unterliege, ein Vorgehen gegen die Milizen außerhalb der Schule nur zuließe, wenn die Soldaten angegriffen würden.

Joe und Marie treffen sich Jahre später in England wieder, wo er mittlerweile als Lehrer arbeitet. Diese Schlussszene kumuliert die Gegenwärtigkeit der unaufgearbeiteten und unvergessenen Schreckenszeit in Ruanda, die verlorene Jugendlichkeit und Unbeschwertheit der aufkeimenden Beziehung von Joe zu Marie sowie den Mut und die Güte der Überlebenden, weiterzumachen.

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