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MrSpinnert 3 Stunden her
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Kannibalismus: Zwischen Mythos, Ritual und Überlebenskampf

Es gibt Handlungen, die sind mit einem Tabu belegt. Dazu gehört Kannibalismus, der Verzehr menschlichen Fleisches. Kaum ein Tabu ist so stark, so universell, so tief verankert, über Gesellschaftsformen hinweg. Das Tabu wird aber immer wieder gebrochen. Warum?

Die Forschung legt nahe, dass Kannibalismus in der Geschichte von Homo sapiens immer wieder vorgekommen ist. Archäologische Hinweise finden sich bereits in steinzeitlichen Grabstätten, vor allem in Europa. Auch in der Neuzeit gibt es immer wieder Fälle von Kannibalismus, dann aber als Überlebenskannibalismus wie bei der berühmten Franklin-Polarexpedition, nach einem Flugzeugabsturz in den Anden, oder während der Besiedelung des Westens der USA.

Dennoch verbinden in der westlichen Wahrnehmung viele Menschen Kannibalismus noch immer mit indigenen Völkern. Bei Völkern, wie bei den Iatmul im Norden Papua-Neuguineas, wird zwar noch vor zwei Generationen Kannibalismus praktiziert, doch nicht aus Hunger sondern aus rituellen Gründen. Es ist vor allem das Bild des „barbarischen, menschenfressenden Wilden“ das man während der Kolonialzeit von indigenen Kulturen hat und wodurch diese abgewertet werden.

Dieses Video ist eine Produktion des ZDF, in Zusammenarbeit mit NFP Neue Film Produktion

Kannibalismus: Zwischen Mythos, Ritual und Überlebenskampf
Autoren: Simone Schillinger, Carsten Gutschmidt
Kamera: Fabian Spuck, Bastian Barenbrock
Ton: Thomas Diesel, Jörg Adams
Schnitt: Diana Matous
Sprecher: Udo Wachtveitl