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MrSpinnert von MrSpinnert, 4 Wochen her
Mai Thi Nguyen-Kim – Die Pille wissenschaftlich geprüft

Die Antibabypille. So viel Streit, so viele Fragen. Wie schlimm sind die Nebenwirkungen wirklich? Würde die Pille heute noch zugelassen werden? Und was ist mit der Pille für den Mann? Das und vieles mehr – siehe:

  • Der Menstruationszyklus
  • Wie die Antibabypille wirkt
  • Was genau ist „die“ Pille?
  • Wie gut verhütet die Pille?
  • Nebenwirkungen
  • Die Pille für den Mann
  • Nicht-Hormonelle Alternativen
  • Würde die Pille heute noch zugelassen werden?
  • Wirksamkeit, Nutzen und Notwendigkeit

Mai Thi Nguyen-Kim – Die Pille wissenschaftlich geprüft

maiLab wird produziert von Mai Thi Nguyen-Kim für funk (ARD & ZDF)

QUELLEN & WEITERE INFOS

Menstruationszklus und Wirkung von Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparaten („die Pille”):
R Gätje, C Eberle, C Scholz, M Lübke, C Solbach (2015). Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe (2. Aufl.). Thieme

Leitlinie zur hormonellen Empfängnisverhütung – Zusammenfassung zu Nebenwirkungen der Pille, v. a.Thromboembolien und den unterschiedlich hohen Risiken von Präparaten: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/015-015.html

Eine mögliche Komplikation einer venösen Thromboembolie ist eine Lungenembolie. Die ist mit einer Letalität von 10% sehr gefährlich https://www.aerzteblatt.de/archiv/168846/Akute-Lungenembolie-Therapie-nach-Risiko

Der Pillenreport der Techniker Krankenkasse von 2015 kritisierte die häufigen Verschreibungen von Kombinationspillen mit besonders hohem oder noch unbekanntem Thromboserisiko in den Jahren 2011-2013:
https://www.tk.de/resource/blob/2043476/f68a7108f6cdeae1a58e438d312e3ac6/studienband-pillenreport-2015-data.pdf

Die Beliebtheit der Pille ist in Deutschland seit einigen Jahren rückläufig:
BZgA: https://bit.ly/3AFadZ5
Statista: https://bit.ly/3i1hL07

Diese Studie fand, dass das Thromboserisiko sich etwa 3 Monate nach Absetzen der Pille wieder normalisiert:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7500748/

Ein Gutachten der EMA fand 2014, dass unter den Kombinationspräparaten diejenigen mit Levonorgestrel, Norethisteron und Norgestimat das geringste Risiko für venöse Thromboembolien darstellen: https://bit.ly/3AHHyD4
Aus diesem Grund empfiehlt die Leitlinie zur hormonellen Empfängnisverhütung, bevorzugt diese Präparate zu verschreiben, insbesondere für Erstanwender:innen.

Eine vom BfArM geförderte Studie von 2021 bestätigt, dass Kombinationspräparate mit Levonorgestrel das niedrigste Risiko für venöse Thromboembolien darstellen. Verschreibungen von Kombinationspräparaten der niedrigsten Risikoklasse nahmen im Vergleich der Zeiträume 2005-2007 und 2015-2017 zu, die der höchsten Risikoklasse ab. Für neuere Gestagene, deren Thromboserisiko bislang unbekannt war, wurde eine vergleichbare Risikoerhöhung wie bei der höchsten Risikoklasse gefunden.
https://www.bfarm.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Bulletin/aktuelle_ausgabe.pdf

Zur „Minipille” (Monopräparat ohne Östrogen):
Sie kontrollieren den Zyklus nicht annähernd so gut wie Präparate mit Östrogen. Es kommt häufig zu Zyklusunregelmäßigkeiten wie Ausbleiben der Menstruation oder Zwischenblutungen an anderen Tagen. Das kann - je nach Schwere - für einige Frauen zum Dealbreaker werden. Die Minipille ist z.B. eine Alternative zur Kombipille zur Verhütung während des Stillens, wo man Östrogengaben vermeiden will. Minipillen erhöhen nicht das Thromboserisiko, können aber zusätzlich zu den Zyklusunregelmäßigkeiten ähnliche NW wie Kombipillen haben, z.B. Stimmungsschwankungen, Brustspannen, veränderte Libido.

Reviews zum Stand der Forschung zur Pille für den Mann:
https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/2042018819834846 und
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960894X21002316

Die große WHO-Studie, die nach Bewertung der Nebenwirkungen vorzeitig abgebrochen wurde:
https://academic.oup.com/jcem/article/101/12/4779/2765061

Unter Natürlicher Familienplanung (NFP) versteht man verschiedene Methoden. Bei der symptothermalen Methode werden Körpertemperatur und Veränderungen im Zervixschleim gezielt beobachtet, um die Tage zu ermitteln, an denen man verhütungslosen Sex haben kann, ohne schwanger zu werden. Bei korrekter Anwendung (aber nur dann!) erreicht die Methode eine ähnliche Effektivität wie die Pille:
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/verfahren/natuerliche-familienplanung-200343

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beschreibt die Hürden für eine Arzneimittelzulassung und eine Nutzenbewertung:
https://bit.ly/3dPPA2z
Von der Nutzenbewertung (v.a. Zusatznutzen ggü. verfügbaren Alternativen) hängt ab, wieviel die Krankenkassen bereit sind, für ein neu zugelassenes Medikament zu bezahlen.
Weitere Ausführung der Begriffe „Nutzen” und “Notwendigkeit” im Zusammenhang mit medizinischen Leistungen (s. ab Folie 4):