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MrSpinnert vor 3 Monaten
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Neue Gefahren am Berg

Schmelzende Gletscher, Felsstürze und Erdrutsche – der Klimawandel hat in den Bergen gravierende Folgen. Routen, die früher sicher schienen, sind nicht mehr begehbar. Bergsteiger müssen sich neuen Herausforderungen stellen und anpassen. Wetterumschwünge, Starkregenereignisse und die Veränderung der Landschaft machen Touren nicht nur schwerer planbar, sondern auch gefährlicher.

Dass die Risiken für Bergsteiger in den letzten Jahren gestiegen sind, beobachtet Bergführer Karl Wieser auf dem Großvenediger in Österreich. Seit mehr als 30 Jahren leitet er Bergsteigerkurse. „Das Eis geht zurück, das ist irre. Gletscherspalten sind mehr und größer geworden. Wir haben heute mehr Stürze“, sagt er.
Der Obersulzbachgletscher am Großvenediger hat seit 1870 fast 70 Prozent seiner Fläche verloren. Durch die warmen Temperaturen schritt die Schmelze in den letzten drei Jahren besonders voran. Bei mehrtägigen Trainings vermittelt Karl seinen Kursteilnehmern Techniken, die für den sicheren Aufstieg im Hochgebirge unerlässlich sind.
Die Unberechenbarkeit der Umweltbedingungen in den Bergen kann lebensbedrohlich werden. So verunglückte die deutsche Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier am Laia Peak in Pakistan im Juli 2025 tödlich. Aufgrund eines plötzlichen Wetterumschwungs entschied sich die ausgebildete Bergführerin zu einem vorzeitigen Abstieg. Auf 5.700 Metern Höhe geriet sie in einen Steinschlag und verstarb.
Mit gefährlichen Steinschlägen sieht sich auch Extrembergsteiger Jost Kobusch konfrontiert. Am Mont Blanc trainiert er für seine nächste Solo-Expedition zum Mount Everest und muss dabei das berüchtigte Grand Couloir durchqueren. Hier kommt es regelmäßig zu Unfällen, weshalb die Passage unter Bergsteigern auch als „Todeskorridor“ bekannt ist. „Die Berge werden instabiler, trockener und schwieriger. Alpinismus ist Risiko“, sagt er. Dieses Risiko nimmt Jost Kobusch nur noch auf sich, wenn der Boden noch gefroren ist. Im Sommer meidet er die Passage.

Neue Gefahren am Berg | ARTE Re:
Reportage (D 2025, 31 Min)