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MrSpinnert weniger als eine minute her
Presseclub: Rentenreform – genug, gerecht und sicher?

Presseclub: Rentenreform – genug, gerecht und sicher?

Darüber diskutiert Susan Link mit ihren Gästen:

  • Tina Groll, Die ZEIT
  • Anna Lehmann, taz
  • Stefan Schulz, Freier Journalist
  • Horst von Buttlar, WirtschaftsWoche

Es ist eines der sensibelsten Reformvorhaben der Regierung: Wie lässt sich die Rente trotz schrumpfenderErwerbsbevölkerung zukunftsfest machen, damit sowohl Junge als auch Alte genug Geld zum Leben haben? Die Bundesregierung hatte für die Beantwortung dieser Frage eineRentenreformkommission eingesetzt. Seit Anfang der Woche liegen deren Vorschläge auf dem Tisch: Ist das jetzt der erhoffteGamechanger? Wer gewinnt und wer verliert, wenn die Reformen so umgesetzt würden?

Kanzler Merz und Arbeitsministerin Bas zeigten sich hochzufrieden, sprechen von einem Gesamtkunstwerk und werben dafür, dass das Paket ohne Abstriche realisiert wird. Es dürfe jetzt keine “Rosinenpickerei” geben. Die wichtigsten Änderungen sind diese: 1. Einführung einer kapitalgedeckten Altersrente, die über Zusatzbeiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gemeinsam finanziert werden sollen. 2. Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beschäftigungsjahren und die Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. 3. Die Ausweitung des Versichertenkreises in der gesetzlichen Rentenversicherung auf Minijobber, Selbstständige, Abgeordnete und Topmanager – aber keine Beamten, was insbesondere die Arbeitsministerin gefordert hatte. Sind diese Korrekturen überfällig und gerecht?Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften sagen nein, wenngleich aus unterschiedlichen Gründen. Dem DGB ist vor allem die kapitalgedeckte Altersrente ein Dorn im Auge, er plädiert stattdessen für eine verpflichtende betriebliche Altersversorgung für alle Beschäftigten, die nur von den Arbeitgebern bezahlt werden soll. Ein höheres Rentenniveau soll über eine Vermögensabgabe finanziert werden. DieWirtschaft hingegen stört sich an höheren Lohnkosten und der Abschaffung von Minijobs, was neues Gift für die Konjunktur wäre. Auch unter Ökonomen gibt es kritische Stimmen, die vor einem Anstieg der Altersarmut warnen und fürchten, dass Menschen in körperlich belastenden Berufen benachteiligt würden. Ist die Kritik daran berechtigt oder nicht?