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MrSpinnert vor 8 Monaten
Rumänen, zerrissen zwischen Job und Heimat

Millionen Rumäninnen und Rumänen verließen in den ersten Jahren nach dem Ende des Ostblocks ihre Heimat, um im Westen Arbeit zu finden und Geld zu verdienen. Viele sind trotz Heimweh im Ausland geblieben – nur wenige sind zurückgekehrt, um sich um diejenigen zu kümmern, die weiter in der Heimat leben und die Angehörigen in der Ferne vermissen.

Als nach 1990 Rumäninnen und Rumänen auf der Suche nach Arbeit ins Ausland gingen, wurde das für viele Familien zur Zerreißprobe. Vor allem in ländlichen Gegenden blieben nicht nur verwaiste Dörfer zurück, sondern auch Kinder, die bei ihren Großeltern aufwuchsen, und alte Menschen ohne Angehörige.
Auch Antoanela Andonescu, kurz Coca genannt, verließ Rumänien in den 1990er Jahren. In Italien arbeitete sie als Altenpflegerin, immer mit dem Gedanken: „Je härter ich arbeite, desto schneller kann ich zurückkehren.“ Doch das dauerte. Ihre Schwestern folgten ihr, das Zuhause wurde zur Erinnerung. Als Coca schließlich in ihre Heimat, die ostrumänische Kleinstadt Bicaz, zurückgeht, bringt sie Ersparnisse mit und eine neue Idee von Verantwortung: Sie eröffnet ein Pflegeheim – für all die alten Menschen, die allein in Rumänien geblieben sind. Fast alle Bewohnerinnen und Bewohner ihres Pflegeheims haben Angehörige im Ausland. Vasile, ehemals Arbeiter in einer Zementfabrik, lebt hier, nachdem seine Kinder emigriert sind. Bei einem Ausflug mit den Bewohnern zum Bicaz-See wird Coca nachdenklich: „Ich weiß nicht, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich geblieben wäre.“
Doch während Coca ihren Weg zurück nach Hause gefunden hat, leben ihre Nichten in Italien – in einer neuen Welt, mit einer neuen Sprache. Die Region rund um Ostia bei Rom, wo sie wohnen, ist Heimat für eine große rumänische Auslandscommunity, rund 250.000 Menschen. Auch Cocas Nichte Andra ist hier heimisch geworden. Sie fragt sich, wie viel Rumänien in ihrer kleinen Tochter Gizelle weiterleben wird – und was Heimat heute überhaupt bedeutet.

Rumänen, zerrissen zwischen Job und Heimat | ARTE Re:
Reportage (D 2025, 31 Min)

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