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MrSpinnert hat ein neues Medium hochgeladen, General Carsten Breuer im Gespräch: Wie verteidigungsbereit ist die Bundeswehr?
3 Tage her
General Carsten Breuer im Gespräch: Wie verteidigungsbereit ist die Bundeswehr?
General Carsten Breuer im Gespräch: Wie verteidigungsbereit ist die Bundeswehr?
Wie abwehrfähig ist Deutschland angesichts hybrider Angriffe? Sind die USA noch ein verlässlicher Partner?
General Carsten Breuer im Gespräch: Wie verteidigungsbereit ist die Bundeswehr? | maischberger
00:00 Sprengstoffdrohne in Leipzig
04:35 Russische Bedrohung
07:55 Verteidigungsausgaben
09:44 ‚Altmetall’-Vorwurf beim Waffenkauf der Bundeswehr
14:00 Sind die USA noch ein verlässlicher Partner?
Die Zuordnung der Sprengstoffdrohne von Leipzig zu Russland sei aus seiner Sicht bereits eindeutig erfolgt, sagt der Generalinspekteur der Bundeswehr Carsten Breuer. Der verwendete Sprengstoff komme aus Russland und sei dort in Kriegen eingesetzt worden. Auch Teile der Drohne ließen sich nach Russland zurückverfolgen. Hinweise auf eine mögliche ukrainische Fälschung sehe er nicht. Die Art des geplanten Anschlags setze zudem erhebliches technisches Wissen und entsprechende Instrumente voraus, erklärt Breuer.
Blick auf die Bedrohung aus Russland sagt Breuer, Ziel sei es, die Bevölkerung in Deutschland zu verunsichern, verschiedene Reaktionen auszutesten und auf diese Weise Erkenntnisse für einen möglichen späteren Angriff zu gewinnen. Die jüngste Äußerung des russischen Außenministers Sergej Lawrow, der Vorfall in Leipzig sei „der Beginn eines echten Krieges“ sei „Teil seiner Propaganda“ und des russischen Narrativs, sagt Breuer: „Diese Drohung macht die hybriden Angriffe noch einmal für Russland wertvoller.“
Eine Bezeichnung Russlands als „Feind“ lehnt Breuer ab, weil sie den nüchternen Blick auf die aktuelle Lage verstellen könne. Russland sei mit seiner hybriden Kriegsführung jedoch ein deutlicher Gegner, mit dem Deutschland derzeit nicht zusammenarbeiten könne. Aus internationalen Gesprächen, Geheimdienstinformationen und Analysen erkennt Breuer eine klare Ausrichtung des russischen Militärs nach Westen. Strukturen und Rüstungsvorhaben würden aufgebaut, zudem werde auf einen deutlichen Personalaufwuchs hingearbeitet. Daraus ergäben sich für ihn klare Anzeichen einer Bedrohung. Dies habe Putin auch in seinen Reden deutlich gemacht. Deutschland müsse auf Abschreckung setzen: „Wir sollten nicht mehr an der Bedrohung zweifeln, sondern wir sollten darüber diskutieren und uns darüber unterhalten, wie wir dieser Bedrohung etwas entgegensetzen.“
Die dafür notwendigen Ausgaben hält Breuer trotz der Belastungen für den Haushalt für erforderlich. Sicherheit sei die Voraussetzung dafür, Frieden und Freiheit zu sichern. Hinsichtlich des ‚Altmetall‘-Vorwurfs beim Waffenkauf sagt Breuer, es gehe nicht um einen Gegensatz zwischen Panzern und Drohnen. Vielmehr würden beide Systeme miteinander vernetzt eingesetzt. Der Krieg in der Ukraine sei dabei ein Lehrmeister, aber „keine Blaupause“. Bis 2029 müsse die Bundeswehr ihre Fähigkeiten so weit ausbauen, dass sie einem möglichen Angriff standhalten könne. Zugleich betont Breuer, er habe in der täglichen Zusammenarbeit „keinen Zweifel daran“, dass die USA ein verlässlicher NATO-Partner seien. Europa müsse allerdings stärker selbst für seine Sicherheit einstehen – Deutschland sei dabei auf einem guten Weg, müsse aber noch Zeit gewinnen, um die notwendigen Fähigkeiten aufzubauen.