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MrSpinnert 15 Stunden her
Organhandel im Irak

Im Irak haben Klimawandel und Umweltverschmutzung eine Epidemie von Nierenkrankheiten ausgelöst, befeuert durch Armut und Korruption. Auf einem florierenden Schwarzmarkt bieten arme Iraker ihre Organe an. Wie ist das Land in diese Lage gekommen, welche Rolle spielen Interventionen des Westens in der Vergangenheit - und welche Auswege gibt es?

Viele Jahre galt der Irak als Brandherd im Nahen Osten: 2003 wurde Langzeit-Diktator Saddam Hussein durch eine US-geführte Koalition gestürzt, später folgte ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten und der Aufstieg des IS, der erst 2017 besiegt werden konnte. Seither wirkt der Irak nach außen stabil, in einer vom Nahostkonflikt erschütterten Region: Es gibt Wahlen, und ein Proporzsystem sichert Minderheiten politische Teilhabe.
Hinter dieser scheinbaren Stabilität eskaliert jedoch derzeit eine schwere Gesundheitskrise. Der Klimawandel trifft den Irak besonders hart. Der Wassermangel wird durch eine marode Infrastruktur, Wasserverschmutzung und eine grassierende Korruption noch verschärft. Die Folge: eine Epidemie von Nierenerkrankungen. Bei einer Armutsquote von fast 25 % sehen viele Iraker nur den Ausweg, ihre Niere auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Über soziale Medien werden Preise, Käufer und OP-Orte offen vermittelt, ohne behördliche Kontrolle.
Die alleinerziehende Mutter Um Yousef hat ihre Niere verkauft, um damit die Therapie ihres autistischen Sohnes zu bezahlen – nun ist sie selbst schwer krank. Der junge Iraker Hussein sucht nach einem vertrauenswürdigen Käufer für seine Niere. Mit dem Geld will er das im Irak übliche Bestechungsgeld zahlen, um einen Job in einer Behörde zu bekommen und dann endlich eine Familie zu gründen.
Expertinnen und Experten analysieren, wie Jahrzehnte von Konflikten, Umweltzerstörung, Wasserknappheit und ein überlastetes Gesundheitssystem zu dieser Katastrophe geführt haben – und wie schwer politische Lösungen sind.

Organhandel im Irak | Doku HD | ARTE