Caro Claire Burkes Erstlingswerk „Yesteryear“ vereint Elemente des psychologischen Thrillers mit bissigem Humor. Die Geschichte einer „Tradwife“-Influencerin, die sich unvermittelt im 19. Jahrhundert wiederfindet, hat bereits international für Aufmerksamkeit gesorgt und wird von namhaften Autorinnen wie Nita Prose und Roxane Gay empfohlen. Das Buch thematisiert die Diskrepanz zwischen Online-Inszenierung und ungeschönter Realität.
Wie viele Coronatote sind moralisch vertretbar?
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Wie viele Coronatote sind moralisch vertretbar?
Der Sensenmann holt sich Ratschläge bei zwei Besserwissern.
Während Max Uthoff und Claus von Wagner noch mitten in den Vorbereitungen für ihre Sendung sind, bekommen sie Besuch von dem Sensenmann (Severin Groebner) höchstpersönlich. Er hat es nicht auf die welken Körper der beiden abgesehen, sondern auf ihre Expertise. Der Tod möchte in Zukunft nämlich etwas kürzer treten und braucht dafür eine Prognose, wie viele Coronatote er in Zukunft noch einberechnen muss. Daher seine Frage: „Bleibt Deutschland jetzt bei der aktuellen Corona-Strategie mit der es etwa 1000 Coronatote pro Tag gibt?“ Doch bevor die beiden eine fundierte, auf Statistiken und Daten gestützte Antwort geben können, werden sie von der Moral (Maike Kühl) unterbrochen. Die ist gestresst wie nie zuvor. Seit Corona ist sie dauerhaft im Einsatz und jeder braucht plötzlich ihren Ratschlag. Daher übergibt sie einen Stapel von unbeantworteten Gewissensfragen an Claus von Wagner und Max Uthoff – als staatlich finanzierte Moralapostel sollen die auch mal etwas für ihr Geld machen. Und noch bevor die beiden etwas erwidern können, klingelt schon wieder das Telefon der Moral: Wer wohl dieses mal anruft?
Wie viele Coronatote sind moralisch vertretbar? | Die Anstalt vom 02.02.2021



