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MrSpinnert vor 14 Jahren
Ich hab a Maedele
Georg Kreisler – Ich hab a Maedele Die Dichter reden viel zu viel von Treue – Im Grund genommen sucht der Mensch das Neue! Besonders um die Liebe steht es iebel Denn da sind alle Leute sehr flexibel Doch da mich Gott auf diese Welt gebracht hat Und mich so schwach, wie ich doch bin, gemacht hat Da nützt es ihm auch nichts, wenn ich bereue – Und hiermit wär’mer wieder bei der Treue Ich hab a Mädele, die hat a Fingerle Mit diesem Fingerle drückt sie an Knopf Und dieses Knöpfele geht in mein Herzele – Da macht das Herzele an großen Klopf! Und dieses Mädele wohnt in an Häusele Wenn ich das Häusele von weitem blick Da nimmt das Mädele sofort das Knöpflele Und gibt dem Knöpfele an langen Drück Mein armes Weib zu Haus weint sich die Augen aus! Ich lass sie weinen – was kann ich dafür? Ich spür das Knöpfele in meinem Herzele Und lauf zum Mädele und bleib bei ihr Und meine Kinderschar, die stets mein Alles war Wenn die am Abend schreit: „Oh, bleib zu Haus!“ - Sobald ich bleiben will, spür ich das Knöpfele Und schieb die Kinder weg und renn hinaus! Da sitzt das Mädele in ihrem Häusele Und schaut mich an und fragt: „Warum so spät? Wenn du nicht frieher kannst, dann komm doch gar nicht her!“ Und drückt auf’s Knöpfele, derweil sie red Ich spür das Knöpfele in meinem Herzele – Es brennt im Köpfele a großes Loch Ich fall zu Füßen ihr und sag: „Verzeihe mir!“ Drauf sagt das Mädele: „Nur einmal noch!“ Das ganze Städtele sieht mich so komisch an – Ich grüß die Leute nicht, auch wenn ich möcht! Und meine Freunde sind nicht meine Freunde mehr Und meine Feinde haben mit allem recht! Und ob ich Arbeit hab Und ob ich Hunger hab Und ob ich Sorgen hab, ist mir egal! Ich glaub die Zeit steht still Und wenn ich doch was will Spür ich das Knöpfele und hab ka Wahl! Ich leg mich flach und denk: „Es wird scho was passiern – Ich darf mich doch vorm Lieben Gott nicht so blamiern!“ Es sitzt das Mädele in ihrem Fensterle Und schaut mir aufmerksam von oben zu – Wenn sie von dort nicht bald mit Gott herunterfallt Dann fall ich selbst wohin und dann ist Ruh! Wenn sie von dort nicht bald mit Gott herunterfallt Dann fall ich selbst wohin – und dann ist Ruh!

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