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MrSpinnert vor 12 Jahren
Kritik muss man üben!

Kritik muss man üben! ist ein Kabarett-Mitschnitt aus dem Jahr 1988 von und mit Wolfgang Schaller, Rainer Schulze und Wolfgang Stumph.

Seite 1

  • Entree | Wolfgang Schaller, Rainer Schulze, Wolfgang Stumph
  • Unser Lachen | Rainer Schulze
  • Vorstellung von Rainer Schulze | Rainer Schulze
  • Lied von der Neugier | Rainer Schulze
  • Vorstellung von Wolfgang Stumph | Wolfgang Stumph
  • Alles stinkt | Wolfgang Schaller, Rainer Schulze, Wolfgang Stumph
  • Wie die Schaumschläger Lenin ehrten | Wolfgang Schaller
  • Vorstellung von Wolfgang Schaller | Wolfgang Schaller
  • Schöne Aussichten | Rainer Schulze
  • Richard stört zum erstenmal | Wolfgang Stumph

Seite 2

  • Friedenssehnsucht | Wolfgang Schaller, (Rainer Schulze, Wolfgang Stumph)
  • Altes Eisen | Rainer Schulze
  • Festansprache zur Elternweihe | Wolfgang Stumph
  • Die Rund- und die Eckköpfe | Wolfgang Schaller
  • Tootsie | Rainer Schulze
  • Praktikum | Wolfgang Schaller, Wolfgang Stumph, (Rainer Schulze)
  • Die Überzeugung | Rainer Schulze
  • Richard stört zum zweitenmal | Wolfgang Stumph
  • Nun will der Lenz uns grüßen | Rainer Schulze
  • Ende mit einem Märchen | Wolfgang Schaller, Rainer Schulze, Wolfgang Stumph

Gesang und Klavier: Rainer Schulze

Textautoren:

  • Wolfgang Schaller (Titel 2, 7, 8, 9, 10, 11, 14, 15, 16, 18, 19, 20)
  • Peter Ensikat (Titel 12)
  • Peter Ensikat/Wolfgang Schaller (Titel 1, 6, 17)
  • Wolfgang Schaller/Mitarbeit Rainer Rönsch (Titel 13)

Die Titel 9, 10, 16, 17, 18 stammen aus Kabarett-Stücken, die Peter Ensikat und Wolfgang Schaller gemeinsam schrieben. Alle Liedkompositionen von Rainer Schulze bis auf „Die Überzeugung" (nach Otto Reutter).

  • Aufgenommen 1988 (Mitschnitt)
  • Aufnahmeleitung: Jürgen Schmidt
  • Tonregie: Karl Hans Rockstedt
  • Aufnahmetechnik: Horst-Dieter Käppler, Hans-Jürgen Seiferth
  • Schnitt: Christa Blaumann

Covertext:
Man kann über diese Schallplatte sagen, was man will (sofern einer überhaupt will, wo doch kaum jemand weiß, was er sagen sollte oder ob er was zu sagen hat), aber sie ist mindestens dies: normgemäß, also aus einigermaßen gutem Material, doppelseitig bespielt sowie kreisrund und zu jedem üblichen Plattenspieler passend.

Glück für Erzeuger und Verbraucher des in Rede stehenden Rundstücks: Meine erklärenden Worte. Sie helfen Ratlosen auf die Sprünge, sind womöglich der einzige Anhaltspunkt zum Verständnis einer kommentarlos nicht zu entschlüsselnden LP-Produktion. Meine Worte bringen Ordnung ins kakophonische tertiäre Plattenverwirrspiel (Pressestimme: „Der heisere Dichter, der explosive Knallfrosch am Klavier und der diszipliniert tapsige Schauspieler sind ein umwerfendes Trio …"), und sie kommen aus guter Quelle: Sie sind frei von Subjektivität oder gar Objektivität. Es sind edelste Vorurteile, geprägt von reinster Mißgunst, also kollegial und wie unter guten Freunden eben charakteristisch.

Doch soweit sind wir noch nicht. Zunächst sei mir eine Bemerkung zur akustischen Qualität vorliegenden Schwarzerzeugnissen erlaubt. Es gibt Mitschnitte, die schon deshalb keinen günstigen Effekt machen, weil im Aufnahmestudio während der Produktion und bei versehentlich sperrangelweit geöffneten Fenstern viele störende Geräusche mitspielten: Kreissägen, Ovationen infolge spontaner Staatsbesuchs-Spalierbildung, Dampframmen, Kugelblitze und Gebäudesprengungen. Hier indessen haben wir es mit technisch einwandfreier Ware zu tun. Alles Programmatische ist gut zu hören. Leider erwächst daraus für den Konsumenten manches Dilemma, wovon weiter unten noch die Rede sein wird.

Was die Sache selbst betrifft, so ist das Positive in drei Sätzen gesagt. Wolfgang Schaller, Rainer Schulze und Wolfgang Stumph sind nicht weniger als vierzig und nicht mehr als fünfzig Jahre alt. Also alt genug, um schon mit vielen Wassern gewaschen zu sein, aber noch zu Jugendfrisch, um schon unter Denkmalschutz zu stehen. Sie haben außerdem je ein S (= Satire) und ein H (= Humor) in ihren Familiennamen, und das Bewußtsein, ein bißchen besser zu sein als die beiden andern, ist jedem Mitglied des Triumvirats Wahn und Gebot.

Ist dieses Bewußtsein begründet? Mitnichten. Schon diese Diskrepanzen: Schaller stellt schrift, Schulze nistet pia (und sonniert chan), Stumpf schließlich ristet humo und strickt galgen. Sie alle freilich -- und da haben wir eine gewisse Symmetrie -- retten kaba.

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