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MrSpinnert von MrSpinnert, vor 8 Jahren
Lyrik für Alle – Folge 58

In der 58. Folge von Lyrik für Alle rezitiert Lutz Görner Gedichte von Ferdinand Freiligrath.

Hermann Ferdinand Freiligrath (sprich: Freilichrat, * 17. Juni 1810 in Detmold im Fürstentum Lippe; † 18. März 1876 in Cannstatt bei Stuttgart) war ein deutscher Lyriker, Dichter und Übersetzer.

Ferdinand Freiligrath wurde als Sohn des Lehrers Johann Wilhelm Freiligrath und von Anna Luise Wilhelmine, geb. Tops in der Wehmstr. 5 in Detmold geboren. Von 1820 bis 1825 besuchte er das Detmolder Gymnasium. Besonders seine Lehrer Christian Friedrich Falkmann und der Direktor Christian Gottlieb Clostermeier förderten seine dichterischen Versuche. Er erlernte von 1825 bis 1832 in Soest im Geschäft der Gebr. Schwollmann, Brüder seiner Stiefmutter, den Beruf des Kaufmanns. Erste Veröffentlichung von Gedichten Freiligraths 1828 im „Soester Wochenblatt“ („Der große Teich von Soest“, „Todes Wiegenlied“, „Adler und Schlüssel“ und andere). Er huldigte schwärmerisch „den schönsten Bewohnerinnen Soests“. 1832 übernahm er eine Korrespondentenstelle der Firma Jacob Sigrist in Amsterdam, die ein Wechselgeschäft und Großhandelshaus betrieb. Von Mai 1837 bis 1839 war er als Kaufmannsgehilfe in der Firma J. P. von Eynern in Barmen tätig und wohnte dort in der Zähringerstraße 4.

Im September 1839 begann in Unkel am Rhein, wo noch heute das Freiligrathhaus an diese Schaffensperiode erinnert, sein Leben als freier Schriftsteller. Zusammen mit Karl Simrock und Christian Joseph Matzerath gibt Freiligrath das Werk Rheinisches Jahrbuch für Kunst und Poesie heraus (ein zweiter Band erschien 1840). Mit seinem Freund Levin Schücking veröffentlichte er 1840 Das malerische und romantische Westphalen. Dieses Werk ist im Zusammenhang mit einer starken Zeitströmung zu sehen. Landschaft und Region wurden als politischer Bezirk und literarisches Neuland entdeckt, das Interesse an Märchen, Sagen und literarischem Volksgut erwachte.

Am 14. Mai 1842 wurde Freiligrath Freimaurer; seine Loge Zum wiedererbauten Tempel der Bruderliebe war in Worms ansässig. Korrespondenzen mit seinen Brüdern belegen, dass er der unpolitischen Haltung der Freimaurerei kritisch gegenüberstand.

1844 verließ Freiligrath St. Goar; in Assmannshausen (im Gasthof Zur Krone) schloss Freiligrath seine Sammlung politischer Gedichte Ein Glaubensbekenntniß ab. Das Buch erschien im September 1844 im Verlag Philipp von Zabern in Mainz und begründete Freiligraths Ruf als politischer Dichter. Aus Gründen politischer Opposition verzichtete er 1844 auf die Pension und auf eine mögliche Anstellung am Hof von Weimar. Wegen der Gefahr polizeilicher Verfolgung verließ Freiligrath Deutschland und übersiedelte 1845 nach Brüssel. Er lebte dort mit Karl Heinzen in einem Hotel. Karl Marx und Heinrich Bürgers besuchten in dort und hatten zehn Tage Verkehr mit ihm.

Bereits nach der gescheiterten Revolution flachte Freiligraths Begeisterung für Revolution, Klassenkampf und Proletariat ab. In seinem Spätwerk schloss er sich der nationalen Begeisterungswelle an und begrüßte mit nationalen, patriotischen Gedichten wie Hurra, Germania! den Krieg gegen Frankreich und die Reichsgründung von 1871.

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