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MrSpinnert vor 2 Monaten
DIY-Waffen aus dem 3D-Drucker

Sie bestehen hauptsächlich aus Plastik, lassen sich im Do-it-yourself-Verfahren herstellen und können töten. Waffen aus dem 3D-Drucker. Die Bauanleitung für eine Schusswaffe ist heute nur einen Klick entfernt, verteilt im Netz, anonym, kostenlos und ihre Nutzung nahezu unkontrollierbar. Die „ARD Story“ zeigt, wie eine neue Generation selbstgebauter Waffen zur wachsenden Gefahr wird.

Bei einer Razzia in Eisenach gegen die rechtsextreme Gruppe Knockout 51 stießen Ermittler auf etwas Überraschendes: Teile einer Waffe aus dem 3D-Drucker. Das Modell heißt FGC-9 – kurz für „Fuck Gun Control“ – und ist zum Symbol einer globalen Untergrundszene geworden, die Waffenrecht und Sicherheitsbehörden herausfordert.

„Diese Waffe ist ein Gamechanger“, sagt Carola Leva, Waffen-Forensikerin beim Bundeskriminalamt. Denn erstmals lässt sich ein halbautomatisches Gewehr nahezu vollständig im Eigenbau herstellen, mit einem 3D-Drucker und legal erhältlichen Materialien. Seit Jahren kursieren Anleitungen für den Bau von Waffen im Netz, Ermittlungsbehörden warnen heute vor einer Entwicklung, die nur schwer kontrollierbar ist. „Es ist eine Utopie, zu glauben, dass wir dieses Phänomen aufhalten können“, sagt auch Waffenexperte Leon Kersbergen von Europol.

Doch woher stammt dieser Trend? Der Konstrukteur der Waffe FGC-9 tritt im Internet unter dem Pseudonym JStark auf. Mit Sturmmaske und Sonnenbrille ist er zur Ikone einer internationalen Waffenbau-Szene geworden. Sein radikales Ziel: Jeder Mensch soll Zugang zu Schusswaffen haben – ohne staatliche Kontrolle. Gemeinsam mit Rajan Basra vom King’s College London verfolgt die „ARD Story“ die Online-Aktivitäten von JStark. „Mit der Veröffentlichung der Baupläne hat er viel riskiert“, sagt Basra. Der Extremismusforscher stößt dabei auf immer mehr Hinweise zu JStarks Weltbild: rassistische Kommentare, antisemitische Sprache und Posts voller Hass. Schließlich ist sich der Forscher sicher, den Erfinder der FGC-9 identifiziert zu haben. Die Spur führt nach Hannover.

Doch die Menschen, die JStark und seine Waffe feiern, findet man quasi überall auf der Welt. Die Recherche führt die „ARD Story“-Autoren an unterschiedliche Orte und zeigt: Der Bauplan kursiert etwa bei rechtsextremen Terrorzellen in Deutschland und England, aber genauso bei Waffen-Enthusiasten in den USA, wo sich die Technologie immer weiterentwickelt. Vor allem junge Männer finden sich online zusammen. Es entstehen globale Netzwerke, die Waffenbau mit extremistischer Ideologie verbinden. Ermittler sehen politischen Handlungsbedarf. Doch was können Politik und staatliches Waffenrecht ausrichten, wenn sich tödliche Waffen immer leichter selbst herstellen lassen?

DIY-Waffen aus dem 3D-Drucker | WDR Doku
🎥 Ein Film für ARD Story von David Donschen und Anja Widell.

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