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MrSpinnert vor 8 Monaten
Reformstau, Zollkrieg, Inlandsflaute: Mit Mittelständlern durchs Krisenjahr

Familienbetriebe gelten als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Wie geht es ihnen zwischen US-Zollkrieg und hohen Energiepreisen?

Sie fertigen Spitzentechnologie in Lübeck, Waldbrunn oder Balingen, brennen Porzellan in Thüringen oder ernten Wein in der Pfalz. Doch die Liefercontainer der Unternehmen stapeln sich im Frühjahr 2025 in Hamburg oder Bremerhaven, weil die angedrohten Handelszölle von US-Präsident Donald Trump den Welthandel verunsichern oder gar stoppen.

"Die Art und Weise, wie die amerikanische Administration Zölle einsetzt, hatten wir in der jüngeren Vergangenheit nicht", blickt Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, in der NDR Dokumentation zurück, in der es nicht um betroffenen Großkonzerne geht, sondern um Mittelstandsbetriebe, auch in Norddeutschland, zum Teil in fünfter Generation.

Im Vergleich etwa zu den Autobauern erhalten sie weniger Aufmerksamkeit von Politik und Medien, dabei gelten gerade sie als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Und sie standen im Jahr 2025 vor den gleichen Herausforderungen, zu Hause wie auf dem Weltmarkt: Stimmungstief, wenn nicht gar Rezession im Inland, dazu ein mörderischer Zollkrieg mit den USA, auch ihrem zumeist wichtigsten Auslandsmarkt.

NDR Reporter und Grimme-Preisträger Klaus Scherer hat fünf CEOs durch dieses Krisenjahr 2025 begleitet und beobachtet: Simone Mosca vom Packaging-Spezialisten Mosca, Sebastian Pohl vom Anlagenbauer GREIF-VELOX, Andreas Kraut vom Waagen-Hersteller Bizerba, Daniel Jeschonowski vom Porzellan-Produzenten KAHLA und Philipp Lucas vom Pfälzer Weingut Lucashof.

Sie alle mussten in jenen Monaten in ungewohnter Dichte auf äußere Umstände reagieren, vom internationalen Zoll-Chaos bis zu explodierten Energiepreisen und dem von Bundeskanzler Merz (CDU) versprochenen Stimmungsumschwung im Inland, der aber nicht kam.

Ergebnis: Manche passten ihre Fertigungen und Verkaufsverhandlungen an, manche schmälerten Gewinnmargen, suchten Ersatzmärkte in Asien oder bauten tatsächlich, Trump zuliebe, ihre Produktion an US-Standorten aus. "Wir fahren den Betrieb gerade ziemlich auf Sicht", beschrieb der Lübecker Sebastian Pohl die Situation im Mai.

Laut Münchener ifo Institut, das für diesen Film Zahlen beisteuert, hat sich dies auch in der Gesamtwirtschaft kaum geändert. Zwar hofften weiterhin alle auf baldige Besserung, ihre Auftragslage rechtfertige dies noch immer nicht.

Reformstau, Zollkrieg, Inlandsflaute: Mit Mittelständlern durchs Krisenjahr | Doku | NDR Story
BILD: picture alliance / ZB | Bernd Wüstneck

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