Zum Hauptinhalt springen

 

MrSpinnert vor 3 Jahren
Tibet – China: Das stille Verschwinden

Der 14. Dalai Lama, der seit 1959 im indischen Exil lebt, feierte im Juli seinen 88. Geburtstag. Die Frage seiner Nachfolge steht im Mittelpunkt eines Machtkampfes zwischen Indien und der chinesischen Regierung, die das nächste geistliche Oberhaupt der Tibeter allein bestimmen will. Denn für Peking gehört Tibet zu China; die Exilregierung des Dalai Lama wird nicht anerkannt.

Der 14. Dalai Lama feierte unlängst seinen 88. Geburtstag – und je älter er wird, desto stärker gewinnt die Frage seiner Nachfolge an Bedeutung für die Zukunft Tibets, aber auch für das internationale geopolitische Gleichgewicht. Indien, die Vereinigten Staaten und Europa unterstützen Tibet, das seit der Annexion durch China im Jahr 1950 seine Autonomie fordert.
Nun zeigt sich China entschlossen, den nächsten Dalai Lama allein zu bestimmen, was eine Radikalisierung der Debatte befürchten lässt. Die Spannungen zwischen der Volksrepublik und Indien werden durch den seit 1962 schwelenden Grenzkonflikt zwischen den beiden Staaten verstärkt. Als Mao Tsetungs Volksbefreiungsarmee in Tibet einmarschierte, verlor Indien seinen buddhistischen Nachbarn und stand dem kommunistischen Regime nun direkt gegenüber. Angesichts des Schicksals des tibetischen Volkes, das zur Assimilation gezwungen wurde, gewährte Indien dem 14. Dalai Lama und zahlreichen anderen Flüchtlingen Asyl – sehr zum Missfallen des „Großen Vorsitzenden“. Seitdem kommt es vor allem im umstrittenen Grenzgebiet im Himalaya unablässig zu Konflikten.
Nicht zuletzt konnte die Volksrepublik sich durch die Machtübernahme in Tibet wertvolle Bodenschätze wie Chrom, Kupfer, Borax, Uran und Lithium sichern. Ferner erlangte sie die Kontrolle über die Quellen der größten Flüsse Asiens, worin Indien eine Bedrohung für seine Süßwasservorräte sieht.
Als Spielball der beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde, die mittlerweile zu großen Wirtschaftsmächten aufgestiegen sind, haben es die Tibeter nicht leicht, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen, allen Bemühungen ihres geistlichen Oberhaupts zum Trotz.

Tibet – China: Das stille Verschwinden | Doku HD | ARTE
Dokumentarfilm von Aurine Cremieu und François Reinhardt (F 2023, 90 Min)

Beliebt in dieser Kategorie

Dr. Victoria Bateman – Brexit: The Naked Truth
Die unangenehme Wahrheit hinter Rassentheorie | MAITHINK
Brexit Leaves Britain Naked by Victoria Bateman
Dr. Victoria Bateman – Naked Feminism: Why I Protest Naked
Dr. Victoria Bateman – Brexit Day
Victoria Bateman – Brexit Revealed – Part 3
Bonnie und die tausend Männer
Vom Familienvater zum Drogenschmuggler? Die Geschichte des Martin Lepage
Victoria Bateman – Brexit Revealed – Part 1
Felix Lobrecht: „Geld hat bei uns nicht stattgefunden.“
Dr Victoria Bateman: Naked Feminism – Chapter 2 Modesty Dangers
phoenix runde: Trumps Zickzackkurs – Chaos mit System?

Gerade angesehen

Tibet – China: Das stille Verschwinden
Premiere auf dem Bremer Freimarkt: Lydias vegane Spezialitäten
Mein Sari, mein Sound: Shrutis Kampf für Selbstbestimmung
Sozialwissenschaftler Stefan Sell über den Gesetzentwurf zur Pflege
Wir sind die Brandmauer
Alt und arm: Mit der Rente kaum über die Runden kommen
500 Milliarden Schulden: Das heißt es für uns
presseclub: Wer regiert die Hauptstadt: Kommt die „Brandmauer“ nach links?
Israel-Palästina – Wasser-Not
Schicksale hinter dem Bürgergeld: Jobcenter-Mitarbeiter packt aus | 1 Tag, 1 Job
ABBA: Das größte Pop-Phänomen der Welt
Black Surfers Matter