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10 Stunden her
Wie wird man ein Genie? | 42 – Die Antwort auf fast alles
Wie wird man ein Genie? | 42 – Die Antwort auf fast alles
Genies wie Albert Einstein, Marie Curie, Isaac Newton, Vincent van Gogh und Leonardo da Vinci haben unseren Blick auf die Welt grundlegend verändert. Was genau hat sie zu ihren großen Leistungen befähigt? Lässt sich vielleicht irgendwo im Gehirn der „Schlüssel zum Genie“ finden?
Schon in der Antike fragte man sich, was Menschen zu großen Taten oder Gedanken befähigte. Die Griechen kamen zu dem Schluss, dass ein persönlicher Dämon großen Männern göttliche Offenbarungen einflüstert. In der Aufklärung rückte eine andere Erklärung in den Vordergrund: Das Genie wurde als menschliches Ideal konzipiert, eine Figur, die menschliche Schaffenskraft und Genialität verkörpert. Doch die Suche danach, was genau Genies dazu befähigt, hatte damit erst begonnen und dauert bis heute an. Lässt sich das Genie irgendwo im Körper verorten? Mit diesem Ansatz wurden die Gehirne verstorbener Genies wie Albert Einstein unter die Lupe genommen.
Oder lassen sich Genies einfach per IQ-Test finden? Auf diese Frage lieferte eine großangelegte Studienreihe des Psychologen Lewis Terman erste Antworten. Welche Rolle spielen andere Faktoren, wie Kreativität? Mit modernen Bildgebungs- und Analyseverfahren versuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heute herauszufinden, wie Intelligenz und Kreativität sich in unseren Genen und Gehirnen widerspiegeln. Auch versuchen sie herauszufinden, welche Umweltfaktoren dafür verantwortlich sind, dass sich Talent überhaupt entfalten kann. Bei all dem, warnen Forscherinnen und Forscher, darf man jedoch einen wichtigen Aspekt nicht vergessen: Genie ist eine Zuschreibung. Das offenbart nicht nur, was wir Menschen an uns selbst besonders schätzen und feiern, sondern auch gesellschaftliche Ungleichheiten und zeigt, wie gefährlich die unkritische Verehrung vermeintlicher Genies oder die Suche nach dem Genie in Genen oder Schädelformen sein kann.
Wie wird man ein Genie? | 42 – Die Antwort auf fast alles | ARTE
Dokumentationsreihe, Regie: Niklas Nau (D 2026, 30 Min)
Quellen und weiterführende Links:
Terence Tao teilt Gedanken zu seiner eigenen Forschung, Mathematik, Genie&mehr auf seinem Blog: https://terrytao.wordpress.com/
Die Geschichte des Genies: Der Historiker Darrin McMahon beschäftigt sich unter anderem damit, wie das Konzept des Genies sich durch die Jahrhunderte verändert hat. Links zu seinen Büchern und Vorträgen dazu gibt’s unter https://darrinmcmahon.com/
Hochbegabtenforschung: An der Universität Trier erforscht Prof Franzis Preckel, wie Intelligenz und Leistungsentwicklung zusammenhängen und wie sich Begabte fördern lassen: https://www.uni-trier.de/universitaet/fachbereiche-faecher/fachbereich-i/faecher-und-institute/psychologie/professuren/hochbegabtenforschung/team/prof-dr-franzis-preckel
Was ist Kreativität? Und was zeichnet ein besonders kreatives Gehirn aus? Dazu forscht Anna Abraham: http://www.anna-abraham.com/
Einsteins Gehirn: Wer mehr zur Geschichte von Thomas Harvey, seinen und den Versuchen weiterer Forschender, das Genie in Einsteins Hirn dingfest zu machen, lesen will, kann das in diesem ausführlichen BBC-Artikel: https://www.bbc.com/news/magazine-32354300
Wer mehr zu Lewis Termans bahnbrechenden Studien zur Intelligenz, aber auch seinen problematischen Ansichten zur Eugenik lesen will, kann das hier: https://stanfordmag.org/contents/the-vexing-legacy-of-lewis-terman
Terman und die Nobelpreisträger: Warum wurden ausgerechnet zwei spätere Nobelpreisträger nicht in Termans Studie aufgenommen? Dieses Paper sucht nach Erklärungen: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0160289620300660
Sollte man von anderen oder sich selbst als „Genies“ bezeichneten Menschen blind vertrauen? Wie sich selbst Nobelpreisträger in einigen Dingen gehörig verrennen können ist so auffällig, dass das Phänomen bereits einen umgangssprachlichen Namen bekommen hat, die Nobelits/Nobel-Krankheit: https://bigthink.com/the-past/nobel-disease-great-scientists-go-crazy/
Musik in dieser Folge:
02:21 James Horner: A Kaleidoscope of Mathematics
01:44 Electric Youth: Innocence
06:52 + 12:09 + 18:26 The XX: Intro
05:35 Blue Swede: Hooked on a Feeling
20:40 Nicholas Britell: Succession (main title)
14:54 + 17:13 Nicholas Britell: Niamos!
22:14 Martin Phipps: The Establishment
19:11 Wolfgang Amadeus Mozart: Romanza
12:23 Wolfgang Amadeus Mozart: 3. Satz aus: Sinfonie C-Dur, KV 551
Kapitel:
00:00 Der große Hirn-Heist
01:29 Was bedeutet „Genie“ sein?
02:52 Von göttlicher Eingebung zu menschlicher Schöpfungskraft
04:24 Die Vermessung des Genies
05:16 War Einsteins Gehirn besonders?
06:52 Hoher IQ=Genie?
12:25 Kreativität
16:33 Nature versus Nurture? Nature needs Nurture!
20:40 Genie als soziales Konstrukt
23:53 Die gefährliche Macht des Genies
26:45 Die problematische Geschichte der Genieforschung
28:05 Ist Genie noch zeitgemäß?