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MrSpinnert vor 46 Jahren
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Unser kurzes Leben (1981)

„Unser kurzes Leben“ ist ein Filmdrama aus dem Jahr 1981 von Lothar Warneke, der gemeinsam mit Regine Kühn auch das Drehbuch schrieb, basierend auf dem teils autobiografischen Roman „Franziska Linkerhand“ von Brigitte Reimann aus dem Jahr 1974.

Die talentierte Architektin Franziska verlässt das Team ihres Professors, um in einer DDR-Provinzstadt zu arbeiten. Zum einen will sie damit einen Schlusstrich unter ihre gescheiterte Ehe ziehen, zum anderen ihren Traum vom menschenfreundlichen Bauen verwirklichen. Doch zwischen Ideal und wirtschaftlicher Realität gähnt eine tiefe Kluft. Der Weg zum Erfolg scheint vorgezeichnet. Längst hat der bekannte Architekt Prof. Reger die Studentin Franziska Linkerhand für sein elitäres Arbeitsteam ausgewählt.

Interessante Aufgaben erwarten sie, die Talent und Phantasie fordern. Doch überraschend schlägt die junge Frau das Angebot aus und bricht auch privat alle Brücken ab. Sie trennt sich von ihrem Mann Wolfgang, einem haltlosen Trinker, und zieht in eine triste Kleinstadt. Dort, wo ein riesiger Neubaukomplex entsteht, wo schnell und billig gebaut wird, um den Wohnungsbedarf zu decken, findet sie ihr Betätigungsfeld. Franziska hat mit dem täglichen Leben zu tun. Von ihren neuen Kollegen, aber auch von ihren Zimmernachbarinnen im Wohnheim misstrauisch als Paradiesvogel aus der Großstadt beäugt, ergreift sie sofort die Initiative, kommentiert ganz ungeniert alles, was ihr ineffektiv und veraltet vorkommt und entwirft neue Pläne.

Nach erheblichen Schwierigkeiten gelingt es ihr ganz allmählich, ihre Kollegen mitzureißen und statt einer Neubauwüste am Stadtrand ein integriertes Sanierungsmodell für die Altstadt zu entwickeln. Der Entwurf wird sogar prämiert, dennoch behält am Ende die Bürokratie gegenüber der jungen Architektin die Oberhand.

Ebenso wenig Glück hat Franziska auch mit ihrer neuen Liebe zu dem Kipperfahrer Trojanowicz. Er ist ein gebrochener Mann und findet nicht die Kraft, einen neuen Anfang zu wagen. Der Film entstand nach Motiven des Romans „Franziska Linkerhand“ von Brigitte Reimann. Noch keine vierzig Jahre alt, starb sie 1973, ihr Buch, nicht ganz vollendet, erschien postum 1974. Brigitte Reimann war eine der kritischsten und schillerndsten DDR-Autorinnen.

Immer wieder setzte sie sich in ihren Büchern mit dem Widerspruch zwischen sozialistischem Ideal und der Wirklichkeit auseinander. Ihre Tagebücher, vor wenigen Jahren erschienen und mit großer Resonanz aufgenommen, belegen das auf authentische Weise. So beschreibt sie auch ihr Leben in Hoyerswerda, einer Stadt, die aufgrund des großen Wohnungsbedarfs des Kombinates „Schwarze Pumpe“ quasi aus der Erde gestampft wurde. Diese autobiografischen Erfahrungen sind Grundlage ihres Buches, wobei Städtebau auch immer als Metapher für den Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung steht, bei dem nicht zuletzt auch Frauen sich engagiert einbringen. (Sendetext MDR)

Darsteller:

  • Simone Frost – Franziska Linkerhand
  • Hermann Beyer – Horst Werner Schafheutlin
  • Gottfried Richter – Trojanovicz
  • Dietrich Körner – Professor Reger
  • Christian Steyer – Jazwauk
  • Christine Schorn – Gertrud
  • Barbara Dittus – Frau Helwig
  • Dieter Knust – Verwalter
  • Helmut Straßburger – Kowalski
  • Annemone Haase – Frau Kowalski
  • Uwe Kockisch – Wolfgang
  • Gerd Staiger – Architekt Grabbe
  • Karin Beewen – Krankenschwester
  • Birgit Frohriep – Wolfgangs Schwester
  • Freimut Götsch – 2. Architekt
  • Gert Gütschow – Arzt
  • Annette Roth – Frau Krupkat
  • Evelin Splitt – Marios Mutter
  • Ingeborg Westphal – Sigrid
  • Helga Ziaja – Griepentrog
  • Heinz Hupfer – 3. Architekt
  • Gisbert-Peter Terhorst – Wolfgangs Schwager
  • Heinz Brinkmann – Onkel Paul
  • Thea Schmidt-Keune – Ältere Frau
  • Victor Keune – Älterer Mann
  • Sebastian Zebe – Radfahrer