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MrSpinnert vor 6 Jahren
Johann Wolfgang Goethe – „Gott“

Johann Wolfgang Goethe – „Gott“

Rezitation: Christian Brückner
von der CD „Goethes Lyrik“

Text:

aus „Faust“ in „Marthens Garten“

Wer darf ihn nennen?
Und wer bekennen:
Ich glaub’ ihn.
Wer empfinden,
Und sich unterwinden
Zu sagen: ich glaub’ ihn nicht?
Der Allumfasser,
Der Allerhalter,
Faßt und erhält er nicht
Dich, mich, sich selbst?
Wölbt sich der Himmel nicht dadroben?
Liegt die Erde nicht hierunten fest?
Und steigen freundlich blickend
Ewige Sterne nicht herauf?
Schau’ ich nicht Aug’ in Auge dir,
Und drängt nicht alles
Nach Haupt und Herzen dir,
Und webt in ewigem Geheimnis
Unsichtbar sichtbar neben dir?
Erfüll davon dein Herz, so groß es ist,
Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist,
Nenn es dann, wie du willst,
Nenn’s Glück! Herz! Liebe! Gott!
Ich habe keinen Namen
Dafür! Gefühl ist alles;
Name ist Schall und Rauch,
Umnebelnd Himmelsglut.

Bilder: Collage

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