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MrSpinnert von MrSpinnert, vor 8 Jahren
Lyrik für Alle – Folge 69

In der 69. Folge von Lyrik für Alle rezitiert Lutz Görner Gedichte von Friedrich Hebbel.

Christian Friedrich Hebbel (* 18. März 1813 in Wesselburen, Dithmarschen; † 13. Dezember 1863 in Wien) war ein deutscher Dramatiker und Lyriker. In seiner Jugend veröffentlichte er unter dem Pseudonym Dr. J. F. Franz.

Friedrich Hebbel wurde als dänischer Untertan geboren, da Dithmarschen bis 1864 ein Gebiet des Herzogtums Holstein war. Seit 1867 gehörte es dann zur Provinz Schleswig-Holstein. Seine Eltern waren der Maurer Claus Friedrich und die Schustertochter Antje Margaretha (geboren: Schubart).

1819 besuchte Hebbel die Volksschule und arbeitete dann kurz als Maurerlehrling. Als die Familie Hebbel wegen einer nicht eingelösten Bürgschaft des Vaters ihr Haus verlassen musste, verschlechterte sich ihre soziale Lage deutlich. Nach dem Tod des Vaters 1827 trat Hebbel in die Dienste des Kirchspielvogts Mohr, bei dem er vom Laufburschen zum Schreiber avancierte, allerdings in bescheidenen Verhältnissen lebte. So musste er sein Alkoven unter einer Treppe mit einem Kutscher teilen. Während der sieben Jahre seiner Arbeit bei dem Vogt konnte Hebbel, der schon immer gern gelesen hatte, auf dessen Bibliothek zurückgreifen. In der Schreiberstube entstanden seine ersten Gedichte, die zum Teil im Eiderstedter Boten veröffentlicht wurden. 1832 veröffentlichte Hebbel weitere Gedichte in verschiedenen Zeitschriften wie u. a. in Iduna oder in den Neue Pariser Modeblätter.

Daraufhin wurde die Herausgeberin Amalie Schoppe der Zeitschrift Neue Pariser Modeblätter auf Friedrich Hebbel aufmerksam. Sie unterstützte ihn materiell und holte ihn 1835 nach Hamburg, wo er im Wissenschaftlichen Verein von 1817 tätig wurde. In Hamburg lernte er Elise Lensing kennen, in die er sich verliebte und die ihn unterstützte. Am 18. März 1835 begann er, ein Tagebuch zu führen.

Dank eines Stipendiums zog er 1836 nach Heidelberg, war zwischenzeitlich Gasthörer bei juristischen Vorlesungen, gleichzeitig aber vollkommen mittellos. Hier lernte er Emil Rousseau kennen. Am 12. September begann er einen Fußmarsch über Straßburg, Stuttgart und Tübingen nach München, wo er am 29. September ankam. Dort wurde er von dem Tischler Anton Schwarz aufgenommen, der vermutlich auch das Vorbild für die Figur des „Tischlermeisters Anton“ in Maria Magdalena (1843) abgab. In München besuchte er auch Vorlesungen von Joseph Görres, einem Anhänger der demokratischen Bewegung. Ende 1838 starb Hebbels Mutter.

1838 lebte Hebbel unter ärmlichen Bedingungen noch immer bei dem Tischler, in dessen Tochter Josepha Beppi Schwarz er sich kurzzeitig verliebte.

1839 wanderte er ohne Proviant vom 11. bis 31. März von München nach Hamburg zurück, wo Elise Lensing ihn aufnahm und ihn pflegte, als er infolge der Strapazen lebensgefährlich erkrankte. 1840 brachte Elise einen gemeinsamen Sohn zur Welt, der zwei Jahre später in Wandsbeck (das damals zu Holstein gehörte), auf den Namen Max Hebbel getauft wurde, da in Hamburg uneheliche Kinder nicht den Familiennamen des Vaters führen durften. In diesem Jahr vollendete er die Tragödie Judith.

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