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Wolodymyr Selenskyj – der ukrainische Präsident im Gespräch mit Christian Sievers

110 Tage nach Kriegsbeginn hat es geklappt: heute-journal-Moderator Sievers ist nach Kiew gereist – dort hat sich der ukrainische Präsident Selenskyj den Fragen des ZDF gestellt.

Wie sehr der Kriegspräsident unter Druck steht, war seinen müden Augen, seiner wohlüberlegten langsamen Sprache anzumerken. Wenig Schlaf, verriet er selbst, und viele Gedanken, in welchem Zustand sein Land nach jeder dieser kurzen Nächte sein werde. Die Zeit sei knapp zum Regieren, sagte er. Ein Bruchteil dessen nur, was er aus Friedenszeiten kannte.

In seiner Stimmung zu Deutschland war er um Ausgleich bemüht. Ja, es habe lange eine skeptische Haltung zwischen beiden Regierungen gegeben, lange schon, bevor Scholz der Bundeskanzler war. Inzwischen seien die Beziehungen keineswegs schlecht.

Frei von Skepsis an Scholz gab sich Selenskyj aber nicht. Er wolle noch etwas kritisieren, setzte er nach einer Antwort noch von sich aus an: „Wir brauchen von Kanzler Scholz die Sicherheit, dass Deutschland die Ukraine unterstützt“, so Selenskyj. „Er und seine Regierung müssen sich entscheiden: Es darf kein Spagat versucht werden zwischen der Ukraine und den Beziehungen zu Russland.“ Scholz sollte sich sicherer sein in seinen Beziehungen zu der Ukraine.

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