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MrSpinnert vor 10 Monaten
Chinas Weg in die Geldwirtschaft | Die fabelhafte Geschichte des Geldes (3/4)

China produzierte zu Beginn des 7. Jahrhunderts vor Christus große Mengen an Bronzemünzen. Landesweite archäologische Funde belegen die Entwicklung des chinesischen Geldwesens bis hin zur Erfindung des Papiergeldes ab 1024 in der Nord-Song-Dynastie. Die Dokumentation zeigt, warum die Wirtschaft im Alten China der des Westens so lange voraus war.

Während im Westen das Geld im 7. Jahrhundert vor Christus zur Finanzierung von Kriegen diente, wurde es in China zur Finanzierung von Handel und Macht eingesetzt. Die Münzen sind nicht aus Gold oder Silber, sondern aus Bronze, sodass sie in großen Mengen produziert werden können. In Xinzheng wurden Dutzende Gießformen für die ersten Geldstücke entdeckt. Ihre Formen ähneln Alltagsgegenständen, etwa spitz zulaufenden Messern oder Spaten.
Im 3. Jahrhundert vor Christus setzte sich die runde Form durch, die in der Mitte von einem Quadrat durchbrochen ist. Im Grab eines Kaisers der Han-Dynastie fand man zwei Millionen dieser Münzen. In Zhengzhou wurden drei Tonkrüge mit Geldstücken aus der Tang-Zeit um 900 nach Christus ausgegraben. Die darauffolgende Song-Dynastie produzierte schätzungsweise sechs Milliarden Münzen pro Jahr. In dieser Zeit kam auch das Papiergeld auf. Ab 1024 druckte China den Jiaozi, den ersten Geldschein der Geschichte. In Chengdu praktizieren Dorfbewohner noch heute die für den Druck benötigte Technik der Papierherstellung.
Ab dem 16. Jahrhundert wird die Geschichte des chinesischen Geldes jedoch in Südamerika geschrieben, denn die Ausbeutung der bolivianischen Silberminen ist bis nach Asien zu spüren. Millionenfach wird die spanische Acht-Reales-Silbermünze, der ʺOcho Realesʺ, geprägt: Zunächst überschwemmt sie Europa, dann bringen Händler sie sogar in den südchinesischen Städten in Umlauf. Die Einführung des Silbergelds hat weitreichende Folgen für die chinesische Gesellschaft.

Chinas Weg in die Geldwirtschaft | Die fabelhafte Geschichte des Geldes (3/4) | Doku HD | ARTE
Dokumentationsreihe, Regie: Frédéric Wilner (Frankreich 2023, 52 Min)

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