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MrSpinnert vor 2 Monaten
Von den Mangroven in die Anden | Kolumbien

Im Südwesten Kolumbiens leben zwischen den Mangrovenwäldern und dem Hochland der Anden Menschen, deren Alltag von Wissen und den Rhythmen der Natur geprägt ist. Inmitten beseelter Landschaften haben Freiheit, Selbstbestimmung und die Hoffnung auf ein anderes Leben besonders von Bedeutung. WoPflanzen Erinnerungen bewahrenund die Zeit dem Lauf der immerwährenden Spirale folgt.

Im Delta des Río Guajuí, im Südwesten Kolumbiens, fahren afrokolumbianische Muschelsammlerinnen bei Ebbe hinaus in die Mangroven. Dort suchen sie nach Piangua-Muscheln – eine nicht ganz ungefährliche Tätigkeit, denn ihren Lebensraum teilen die begehrten Pianguas mit giftigen Schlangen, Skorpionen, Kaimanen, Spinnen und stachelbewehrten Krötenfischen. Für Frauen wie Esneda Montaño bedeutet diese Arbeit Freiheit, Selbstbestimmung und die Hoffnung auf ein anderes Leben. Deshalb sammeln sie nicht nur Muscheln, sondern pflanzen auch junge Mangroven nach – Baum für Baum, gegen die Zerstörung ihrer Welt.
In Guapi erklingt die Marimba, eine Art Xylophon. Ihr warmer, vibrierender Klang ist tief verwurzelt in der Geschichte der afrokolumbianischen Gemeinden. Die legendäre Familie Torres bewahrt die Musik der Vorfahren – und mit ihr Geschichten über Waldgeister, geheimes Wissen und die Klänge des Regenwaldes.
Weiter oben, im kühlen Hochland der Anden, lebt das Volk der Misak. Für Menschen wie Yuli Yalanda ist die Erde kein Besitz, sondern ein lebendiges Wesen. Heilpflanzen, Tauschhandel und die Sprache der Ahnen prägen ihren Alltag.
An der unwegsamen Pazifikküste wacht Hebamme Tomasa Rodríguez über werdende Mütter und Neugeborene. Hunderte Kinder hat Tomasa bereits auf die Welt gebracht, denn ein Krankenhaus gibt es nicht in den Dörfern im Dschungel. Hebammen sind hier Heilerinnen, Seherinnen, Psychologinnen – alles gleichzeitig. Wenn ein Baby geboren wird, sagt Tomasa, bekommt es seinen ersten Kuss von der Hebamme – und manchmal sogar seinen Namen.

Von den Mangroven in die Anden | Kolumbien | ARTE Fernweh
Dokumentation von Joanna Michna (D 2025, 43 Min)

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