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15 Stunden her
Was Kokain im Gehirn anrichtet | NANO
Was Kokain im Gehirn anrichtet | NANO
Europa erlebt eine beispiellose Kokain-Welle. Während der Konsum durch ständige Verfügbarkeit rasant steigt, suchen Forschende nach dem ersten wirksamen Medikament gegen die Sucht.
Die Verfügbarkeit von Kokain in Europa hat ein historisches Rekordniveau erreicht, was die Suchtgefahr bis tief in die Mitte der Gesellschaft ausgedehnt hat. Die neurobiologischen Mechanismen der Droge sind verheerend: Kokain blockiert im synaptischen Spalt die Wiederaufnahme von Neurotransmittern wie Dopamin, was das Belohnungszentrum massiv manipuliert und langfristig den Hirnstoffwechsel schädigt. Mathias Luderer, Leiter des Bereichs Suchtmedizin an der Uniklinik Frankfurt, warnt vor den weitreichenden Folgen, die von schweren Depressionen bis hin zu Psychosen und Schlaganfällen reichen. Wie tief der Absturz in die Abhängigkeit führen kann, schildern die ehemaligen Konsumenten Angelo und Thomas Feurer aus eigener Erfahrung. Thomas leitet einen Suchthilfeverein in Zürich und hilft so anderen Menschen aus der Abhängigkeit.
Da es bislang keinen zugelassenen Ersatzstoff oder ein Medikament gegen das Kokain-Verlangen gibt, arbeitet die Wissenschaft an neuen medikamentösen Therapien. Am Universitätsklinikum Zürich erprobt der Pharmakopsychologe Boris Quednow den Einsatz von Wirkstoffen wie Minocyclin und Ketamin. Über bildgebende Verfahren im MRT analysieren die Forschenden, wie diese Substanzen die Reaktionen auf Konsum-Erinnerungen im ventralen Striatum abschwächen könnten. Diese klinischen Studien bilden einen wesentlichen Schritt, um den fatalen Kreislauf aus Konsumerwartung und Suchtdruck künftig medizinisch durchbrechen zu können.
Was Kokain im Gehirn anrichtet | NANO
Autor: Florian Kortschik
Kamera: Ben Hoffmann, Jan Prillwitz
Schnitt: Claudia Jung
Redaktion: Leonie Peschke