-
MrSpinnert hat das neue Medium Fukushima: Was heute noch von der Atom-Katastrophe übrig ist hochgeladen
vor 2 Monaten
Fukushima: Was heute noch von der Atom-Katastrophe übrig ist
Fukushima: Was heute noch von der Atom-Katastrophe übrig ist
Fünfzehn Jahre nach der verheerenden Atomkatastrophe von Fukushima stellt sich am 15. Jahrestag die Frage, was heute noch vom Reaktorunglück in Japan sichtbar ist.
Ein zentrales Symbol dieser nuklearen Krise bleibt die immense Menge von 14 Millionen Kubikmetern kontaminierter Erde, die in schwarzen Big Bags über Jahre das Landschaftsbild prägten. Inzwischen erfolgt die Lagerung dieser radioaktiven Abfälle konzentriert in der Interim Storage Facility, einem etwa 16 Quadratkilometer großen Areal in Okuma und Futaba, direkt angrenzend an das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Diese gewaltige Zwischenlagerung unterliegt strengen Sicherheitskontrollen und einem gesetzlichen Rahmen, der eine endgültige Entsorgung außerhalb der Präfektur Fukushima bis zum Jahr 2045 vorschreibt. Aktuelle Drohnen-Aufnahmen dokumentieren die Dimensionen dieser Anlage und zeigen den Kontrast zwischen technischem Management und der mühsamen Rückkehr zur Normalität in der Region.
Einordnung zur aktuellen Lage bietet Dr. Walter Tromm, Experte für Nukleare Entsorgung, Sicherheit und Strahlenforschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der bereits unmittelbar nach dem Unglück als beratender Experte vor Ort war. Trotz der damaligen Überraschung über eine erneute Katastrophe dieses Ausmaßes nach Tschernobyl, verweist die fachliche Einschätzung heute auf ein extrem hohes Sicherheitsniveau in japanischen Atomanlagen, welches eine Wiederholung der Ereignisse von 2011 ausschließen soll.
Die Aufnahmen aus den ehemaligen Sperrzonen verdeutlichen dennoch die tiefen Narben der Katastrophe: Es finden sich Geisterdörfer und verlassene, verstrahlte Häuser, in denen die Zeit seit 2011 stillzustehen scheint. Gleichzeitig existieren Gebiete, in denen nach umfassender Dekontamination wieder Menschen leben, neue Gebäude entstehen und brachliegende Felder für Solaranlagen oder neuen Ackerbau genutzt werden.
Trotz der bleibenden Folgen der radioaktiven Kontamination vollzieht Japan 15 Jahre nach Fukushima eine politische Kehrtwende und setzt zur Sicherung der Energieversorgung wieder verstärkt auf Atomkraft. Während das weltgrößte Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa wieder hochgefahren wird, schwindet der Widerstand der Anti-Atomkraft-Bewegung bei No-Nuke-Demos in Tokio spürbar. Für die jüngere Generation in Japan rücken traumatische Erfahrungen der Corona-Jahre, die aktuelle Wirtschaftskrise und geopolitische Spannungen gegenüber der Erinnerung an die Katastrophe von 2011 in den Hintergrund.
Fukushima: Was heute noch von der Atom-Katastrophe übrig ist | NANO
NANO – das Wissenschaftsmagazin auf 3sat



