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15 Stunden her
Vier Jahre Krieg: So hat Russlands Angriff Deutschland verändert
Vier Jahre Krieg: So hat Russlands Angriff Deutschland verändert
Vor vier Jahren überfielen russische Truppen in einem großangelegten Angriff die Ukraine. Wie hat sich Deutschland seitdem verändert?
Dass Putin einen Krieg in Europa entfesselt, hat auch hierzulande viele Menschen geschockt und Gewissheiten auf den Kopf gestellt: Viele Menschen haben Angst, selbst von Krieg betroffen zu sein. Deutschland hat wieder einen Wehrdienst, die Verteidigungsausgaben stark erhöht und mehr als eine Million Geflüchtete aufgenommen.
Mirko Drotschmann blickt auf die Auswirkungen des Kriegs auf Deutschland – und welche Herausforderungen noch bevorstehen.
Waffenlieferungen
Im Januar 2022 kündigt die damalige Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, die Ukraine mit 5000 Helmen zu unterstützen. Sie erntet dafür Kritik und Spott, das Beispiel zeigt aber auch, wie fremd für viele in Deutschland das Thema damals noch ist.
Seit Kriegsbeginn gibt es in Umfragen Mehrheiten, dass Deutschland die Ukraine unterstützen soll. Streit gibt es darum, welche Waffensysteme geliefert werden sollen. Nach langer Debatte wird entschieden, dass der Panzer Leopard 2 geliefert wird. Beim Marschflugkörper Taurus hält Deutschland dagegen an seinem „Nein“ fest.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt zuletzt bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar, dass Luftabwehrraketen teils erst kurz vor einem russischen Angriff ankämen. Die Unterstützung der Ukraine mit Waffen wird wohl auch in Zukunft deutsche Debatten prägen.
Unterstützung der Ukraine
Laut Bundesregierung hat Deutschland die Ukraine bisher mit militärischen Hilfen in Höhe von ca. 55 Milliarden Euro und zivilen Hilfen in Höhe von 39 Milliarden Euro unterstützt. Seit die USA unter Donald Trump die Unterstützung fast komplett eingestellt haben, müssen europäische Staaten den Ausfall ausgleichen. Vor allem das Vereinigte Königreich und Deutschland leisten seit dem Rückzug der USA mehr.
Die EU-Mitgliedstaaten haben sich kürzlich auf einen weiteren zinslosen 90-Milliarden-Euro-Kredit für die Ukraine geeinigt. Und auch nach dem Ende des Krieges könnten weitere Hilfen nötig sein: Der Wiederaufbau der Ukraine kostet Schätzungen zufolge rund 850 Milliarden Euro.
Verteidigungsausgaben
Der Angriff Russlands verändert auch das Verhältnis vieler Deutscher zum eigenen Militär. Die Bundeswehr gewinnt neues Ansehen. Seit Anfang 2026 gibt es einen neuen Wehrdienst.
Deutschland gibt außerdem viel mehr für Verteidigung aus als vor dem Krieg: Von rund 50 Milliarden Euro 2022 auf geplante 108 Milliarden Euro. Die Summe soll in den kommenden Jahren noch weiter gesteigert werden – auf rund 152 Milliarden Euro im Jahr 2029. Das ist auch möglich, weil die Regierung unter Friedrich Merz die Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben aufgehoben hat.
Deutsche Politik
Mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht sitzt heute eine Partei in drei Landtagen, die es beim Einmarsch Russlands noch gar nicht gab. Das BSW begreift sich selbst als „Friedenspartei“ und ist neben der AfD die einzige größere Partei, die Waffenlieferungen an die Ukraine kategorisch ablehnt.
Vor dem Krieg in der Ukraine waren aus der grünen Partei vor allem eher kritische Stimmen zu Militär und Aufrüstung zu vernehmen. Heute gehören grüne Politiker und laut Umfragen auch deren Wähler zu den größten Unterstützern von Waffenlieferungen.
Auch die SPD muss alte Gewissheiten über Bord werfen. Altkanzler Gerhard Schröder steht als prominenteste Person für eine Zeit, in der die SPD auf Nähe zu Russland setzte. Führende Politiker der SPD distanzierten sich davon, die Beziehung der Partei zu ihrem Altkanzler wird eisig.
Geflüchtete
Millionen von Menschen fliehen aus der Ukraine – und in Deutschland kommen mehr von ihnen unter als in allen anderen Ländern. Rund 1,3 Millionen sind es bis Ende 2025. Ihnen wird ganz überwiegend mit Solidarität begegnet.
Ihre Versorgung, Ausbildung und Integration in den Arbeitsmarkt bleibt aber eine Herausforderung. Von den ukrainischen Geflüchteten in erwerbsfähigem Alter arbeiten hierzulande knapp 40 Prozent. Das ist weniger als der europäische Schnitt, in Ländern wie Polen oder Tschechien ist die Quote deutlich höher.
Frieden?
Über all den Debatten steht seit vielen Jahren die Frage: Wann gibt es wieder Frieden? Europa spielt dabei kaum eine Rolle. Gespräche zwischen Russland und der Ukraine gibt es nur unter Vermittlung der USA, so etwa Anfang Februar in Abu Dhabi oder Mitte Februar in Genf.
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