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MrSpinnert vor 8 Monaten
So gefährlich ist Wut fürs Herz

Ein kurzer Ausraster am Steuer oder der lautstarke Streit mit den Kindern – Wut bricht oft ungehemmt aus uns heraus. Doch was sich wie ein kurzer Moment des Kontrollverlusts anfühlt, ist für unseren Körper ein massiver Stresszustand mit gesundheitlichen Folgen.

Das Herz schlägt schneller, der #Blutdruck schießt in die Höhe. Am Zentrum für Kardiologie der Uniklinik Mainz untersucht Omar Hahad, wie fatal diese Emotion wirklich für unsere Gesundheit ist. Die Ergebnisse seiner Ultraschall-Messungen sind beängstigend: Schon die bloße Vorstellung einer Wutsituation kann die Gefäßflexibilität um 30 % reduzieren. Ein Zustand, der bis zu 40 Minuten nach dem Ausbruch messbar bleibt und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen langfristig massiv erhöht.

Warum verlieren wir die Kontrolle? Alles beginnt im Gehirn. Während das kognitive Kontrollnetzwerk in der vorderen Hirnregion versucht, uns zu bändigen, feuern die emotionalen Impulse aus den hinteren Regionen dagegen. Dass man diese Impulskontrolle trainieren kann, zeigt die Pädagogin Susanne Marwede. In Hannover arbeitet sie mit dem Gewaltpräventionsprogramm „Faustlos“ direkt an der Basis: Grundschüler lernen hier, ihre Wut im Bauch oder Kopf zu lokalisieren und sie durch Methoden wie Rückwärtszählen zu stoppen, bevor es zu Gewalt kommt.

Rauslassen oder wegmeditieren? Oft heißt es, man müsse seinen Ärger „einfach mal rauslassen“. Doch stimmt das? Die Neurofeedbacktrainerinnen Angelika Jaksch und Sophie Dubenka haben für uns das Experiment im „Rage Room“ gemacht. Per EEG-Messung prüfen sie, ob das Zertrümmern von Tellern und Gläsern das Nervensystem wirklich beruhigt – oder den Stresspegel sogar noch weiter anheizt.

Für viele Betroffene wird die eigene Wut zur Belastungsprobe für die ganze Familie. Die Wiener Psychologin Beatrice Heisenberger ist darauf spezialisiert, genau diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Sie zeigt, warum uns ausgerechnet die Menschen am meisten triggern, die wir am meisten lieben, und wie Kunsttherapie helfen kann, den „Explosions-Modus“ rechtzeitig zu verlassen.

Ob Yoga, Meditation oder Selbstverbalisation – es gibt Wege aus der Aggressionsspirale. Denn am Ende zeigt die Forschung eines ganz deutlich: Wer seine Wut im Griff hat, schützt nicht nur seine Mitmenschen, sondern vor allem sein eigenes Herz.

So gefährlich ist Wut fürs Herz | NANO Doku
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