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vor 100 Jahren
Faust: Eine deutsche Volkssage. (1926)
Faust: Eine deutsche Volkssage. (1926)
„Faust: Eine deutsche Volkssage.“ ist ein Stummfilm aus dem Jahr 1926 von F.W. Murnau mit Zwischentiteln von Gerhart Hauptmann und Hans Kyser. Der Film verwebt Motive aus dem Volksbuch „Historia von Doktor Johann Fausten – dem weitbeschreyten Zauberer und Schwarzkünstler“ aus dem Jahr 1587 mit Elementen aus den Dramen „The Tragical History of Doctor Faustus“ von Christopher Marlowe (um 1590) und „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahr 1808.
Der Dämon Mephisto hat mit einem Erzengel gewettet, dass er die Seele eines rechtschaffenen Mannes verderben und das Göttliche in ihm zerstören kann. Wenn er Erfolg hat, wird der Teufel die Herrschaft über die Erde erlangen.
Der Teufel schickt eine Seuche in das Dorf, in dem Faust, ein alter Alchemist, lebt. Obwohl er betet, um Tod und Hunger zu verhindern, geschieht nichts. Entmutigt wirft Faust seine Alchemiebücher ins Feuer, dann auch die Bibel. Ein Buch öffnet sich und zeigt, wie man Macht und Ruhm erlangen kann, indem man einen Pakt mit dem Teufel schließt. Er begibt sich zu einer Kreuzung, wie es in dem Buch beschrieben ist, und beschwört die Mächte des Bösen herauf. Als Mephisto am Straßenrand erscheint, verleitet er Faust dazu, einen 24-Stunden-Pakt mit dem Teufel einzugehen. Faust wird Mephistos Dienste in Anspruch nehmen können, bis der Sand in einer Sanduhr abgelaufen ist. Dann wird der Teufel den Pakt aufheben. Zunächst nutzt Faust seine neue Macht, um den Menschen im Dorf zu helfen, doch als sie herausfinden, dass er sich keinem Kreuz stellen kann, meiden sie ihn. Sie bewerfen ihn mit Steinen, und er sucht Zuflucht in seinem Haus.
Faust schließt daraufhin einen weiteren Pakt mit Mephisto, der ihm seine Jugend zurückgibt und ihm irdische Freuden und ein Königreich anbietet, im Gegenzug für seine unsterbliche Seele. Mephisto verführt Faust mit der Vision einer schönen Frau. Dann nimmt er ihn mit zu einem Hochzeitsfest in Parma, um ihm die Frau seiner Träume vorzustellen, eine italienische Herzogin. Faust geht mit ihr fort und überlässt es dem Teufel, ihren Bräutigam zu töten. Gerade als Faust mit ihr schläft, läuft die Sanduhr ab. Er ist gezwungen, den Pakt endgültig zu besiegeln, um weiter mit ihr schlafen zu können; er gehört nun für immer Mephisto.
Faust wird bald des ausschweifenden Lebens überdrüssig und sehnt sich nach „Zuhause”. Hier verliebt sich Faust in ein unschuldiges Mädchen, Gretchen, die durch eine vom Teufel hinterlassene goldene Kette dazu gebracht wird, Faust zu lieben.
Faust kommt in Gretchens Zimmer. Der Teufel weckt die Mutter, die die beiden sieht und vor Schreck tot umfällt. Der Teufel stachelt dann ihren Bruder Valentin, einen Soldaten, dazu an, nach Hause zu laufen, um ihren Liebhaber zu fangen. Valentin und Faust duellieren sich. Der Teufel greift ein und sticht Valentin in den Rücken. Dann rennt er durch die Stadt und schreit „Mord”. Faust und Mephisto fliehen auf dem Rücken eines höllischen Rosses.
Valentin verurteilt Faust wegen seines Mordes und seine Schwester als Hure in seinem letzten Atemzug. Sie wird an den Pranger gestellt und verspottet. Das Mädchen bekommt ein Kind (von Faust) und landet auf der Straße. In einem Schneesturm hat sie eine Vision von einer warmen Wiege und legt ihr Kind in den Schnee, wo es erfriert. Soldaten finden sie und sie wird als Mörderin auf den Scheiterhaufen geschickt. Faust sieht, was geschieht, und verlangt von Mephisto, ihn dorthin zu bringen. Faust kommt gerade an, als das Feuer entzündet wird, um seine Geliebte zu verbrennen. Faust wünscht sich, er hätte nie darum gebeten, seine Jugend zurückzubekommen. Mephisto zerschlägt den Spiegel mit Fausts Spiegelbild, und er verliert seine Jugend. Er rennt durch die versammelte Menge auf Gretchen zu, und als alter Mann wirft sich Faust ins Feuer, um bei seiner Geliebten zu sein.
Gretchen erkennt Faust und sieht ihn in ihrem Herzen wieder als jungen Mann, während das Feuer sie gemeinsam verschlingt. Ihre Seelen steigen zum Himmel auf. Der Engel offenbart Mephisto, dass er die Wette verloren hat, weil die Liebe über alles gesiegt hat.
Darsteller:
- Gösta Ekman – Faust
- Emil Jannings – Mephisto
- Camilla Horn – Gretchen
- Frida Richard – Gretchens Mutter
- Wilhelm Dieterle – Valentin
- Yvette Guilbert – Marthe Schwerdtlein
- Eric Barclay – Herzog von Parma
- Hanna Ralph – Herzogin von Parma
- Werner Fuetterer – Erzengel
- Hans Brausewetter – Bauernbursche
- Lothar Müthel – Mönch
- Hans Rameau
- Hertha von Walther
- Emmy Wyda



