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MrSpinnert vor 11 Monaten
Mit „Hitster – Battle of the Generations“ wird das Wohnzimmer zur Showbühne. Das Spielprinzip bleibt denkbar einfach: Musikkarte mit der kostenlosen App scannen, den Song anhören und entscheiden, wann der Hit erschienen ist. In dieser Edition dreht sich alles um den Vergleich der Jahrzehnte – von den Klassikern der Vinyl-Zeit bis zu den aktuellen Streaming-Hits. Wer die meisten Titel richtig in seine Zeitleiste einordnet, gewinnt das Duell.
Ich tanz und mein Herz weint: Jüdische Musiklabel im Nationalsozialismus

Bis zu ihrer Zerschlagung in der Reichspogromnacht 1938 existierten in Berlin jüdische Musiklabels als Treffpunkt jüdischer Musiker*innen. Eingebettet in ein mitreißendes Konzert mit internationalen Stars der jüdischen Musikszene erzählt die Dokumentation die Geschichte einer jahrelangen, weltweiten Spurensuche.

Im Rahmen des von den Nationalsozialisten propagandistisch genutzten „Jüdischen Kulturbundes“ konnten bis 1938 mitten in Nazi-Deutschland einige jüdisch geführte Plattenfirmen weiterhin Musik von und mit jüdischen Künstlern produzieren, darunter die Label „Semer“ und „Lukraphon“. In der Reichspogromnacht im November 1938 wurden Label und Musik mitsamt ihren Originalmatrizen, Texten und Noten vollständig vernichtet.
Zwei Musikenthusiasten ist es zu verdanken, dass diese verloren geglaubte Musik durch jahrelange Recherchearbeit teils wieder rekonstruiert werden konnte. Die Schellack-Platten der beiden Labels sind eine Fundgrube der besonderen Art: Damals, im politisch brisanten Berliner Klima der 1930er Jahre, offenbarten sie ohne Scheu die widersprüchlichen Seiten jüdischer Identität. Nach dem Verbot jüdischer Künstler 1933 wurden die Labels zu einem Zufluchtsort für Musiker und Kabarettisten, denen die Auftrittsmöglichkeiten in Deutschland genommen wurden.
Mit Schellackplatten, die aus den entlegensten Winkeln der Welt zusammengetragen wurden, und der neu arrangierten Musik des international hochkarätig besetzten Semer Ensembles um den amerikanisch-jüdischen Musiker Alan Bern erzählt die Dokumentation die unglaubliche Geschichte der beiden jüdischen Plattenfirmen, vom Schicksal ihrer Interpreten und von einer Musik, die bis heute nichts von ihrer Aktualität und Brisanz verloren hat.

Ich tanz und mein Herz weint: Jüdische Musiklabel im Nationalsozialismus | Doku HD | ARTE
Dokumentation von Christoph Weinert (D 2023, 52 Min)