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MrSpinnert 3 Stunden her
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Stell dich tot!

Fantasy, Gore, schwarzer Humor und Performancekunst: Matthew Lancits Dokumentarfilm behandelt das Thema Diabetes auf ungewohnte und experimentelle Art und Weise. Sein Film greift persönliche Erfahrungen im Kampf mit der Krankheit auf und spiegelt gesellschaftliche Haltungen wider. Er macht die große physische und psychische Belastung dieser weit verbreiteten Erkrankung greifbar.

Der Dokumentarfilm fängt die stillen und persönlichen Kämpfe mit Diabetes ein und zeigt, dass es möglich ist, sich über die Allgegenwart des Todes hinwegzusetzen. Deutlich wird auch die damit verbundene permanente physische und psychische Belastung, die der Filmemacher aus eigener Erfahrung kennt und die er mit Millionen Menschen weltweit teilt.
In Anlehnung an die obsessive Ästhetik eines David Cronenberg und den Alltagsrealismus einer Chantal Akerman zeigt der Dokumentarfilm ein beklemmendes häusliches Umfeld, in dem Routinehandlungen zum Quell von bedrohlichen Gefühlen werden. Angesichts der beängstigenden Atmosphäre während der Coronapandemie wirken das ständige Verhandeln zwischen Gesundheit und Krankheit und die stets spürbare Verletzlichkeit des Menschen im Film eher alltäglich.
Im Grenzland der Genres und Bildregister wird der Film zur Metapher der Angst, die das Leben mit einer chronischen Krankheit prägt, aber auch der allen Menschen eigenen Todesangst. Lebenswille, Brüche und greifbare Nähe des Todes zeichnen das berührende, sensible und manchmal auch sarkastische Bild einer verborgenen Realität.
Die einfühlsamen Schilderungen des Erzählers Matthew Lancit, sehr persönliche Enthüllungen und die beeindruckende Darstellung von Leid und Resilienz regen zum Nachdenken und zum Austausch über eine Krankheit an, die rund zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung betrifft. Über die Erfahrung eines einzelnen Menschen hinaus setzt sich der Film mit der kollektiven Existenz in einer unsicheren Welt, mit Herausforderungen, Fragilität und Liebe auseinander.

Stell dich tot! | Doku HD | ARTE
Dokumentarfilm von Matthew Lancit (F 2023, 81 Min)