Chinas Rezept gegen Einsamkeit | Tracks East
In einer immer mehr vernetzten Welt fühlen sich viele Menschen besonders allein. Woran liegt das? In Rumänien erstellen Aktivisten nun den „Atlas der Einsamkeit“ und schlagen Alarm. In China dagegen versprechen sich junge Menschen einen Ausweg mit einem „Dazi“ – lockere Freizeitpartner statt Freundschaften. Tracks East sucht nach Antworten für die „Epidemie der Einsamkeit“.
Noch nie waren junge Menschen so vernetzt und trotzdem fühlen sie sich so allein. Studien zeigen: Besonders die Generation Z leidet unter Einsamkeit. Politische Krisen, wirtschaftliche Unsicherheit und digitale Lebenswelten verändern Beziehungen und Gemeinschaft. Ist Einsamkeit ein individuelles Problem – oder ein Symptom unserer Gesellschaft?
In Peking begleitet Tracks East die junge Sozialpädagogin Qingye, die sich einer ungewöhnlichen Herausforderung stellt: 100 Begegnungen mit sogenannten „Dazi“ – Freizeitpartnern für einzelne Aktivitäten. Auf Deutsch heißt “Dazi” in Partner oder Begleiter. Wer im hektischen Alltag in China keine Zeit findet, Freundschaften zu pflegen, kann so auf ganz pragmatische Weise Kontakte knüpfen. Ohne Verpflichtungen, ohne Druck.
In Ost- und Südosteuropa sind mehr junge Menschen von Einsamkeit betroffen als im Westen. Warum macht sich dieses Gefühl breit? Darüber sprechen der Musikproduzent Robert und die Künstlerin Beatrice. Unter dem Namen Trinkova entwirft sie Kleidung und Accessoires mit bitter-ironischen Botschaften wie “Alles ist wunderbar und niemand ist glücklich”.
Die Warschauer Partyreihe „Niedzielni“ („Sonntag”) möchte ein Gegenmittel gegen die Vereinsamung sein. Die Idee ist simpel: Tanzen am Sonntagmorgen, Sonnenlicht statt Clubmuff, Kaffee statt Exzess. Kein Dresscode, kein Eintritt. Die Macher Damian und Miki wollen einen barrierearmen Raum schaffen, in dem sich leicht neue Kontakte knüpfen lassen.
Chinas Rezept gegen Einsamkeit | Tracks East | ARTE
Magazin (D 2026, 30 Min)