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vor 96 Jahren
Dreyfus (1930)
Dreyfus (1930)
„Dreyfus“ ist ein Filmdrama aus dem Jahr 1930 von Richard Oswald. Das Drehbuch von Fritz Wendhausen und Heinz Goldberg basiert auf einer Vorlage von Bruno Weil.
Alternative Titel: „Affäre Dreyfus“, „Der Fall Dreyfus“
Im September 1894 wird der französische Geheimdienst auf einen Spionagefall in Paris aufmerksam. Militärgeheimnisse sollen an den deutschen Militärattaché in Paris, Maximilian von Schwartzkoppen, weitergegeben worden sein. „Im Interesse der Armee“, so heißt es, muss Kriegsminister Auguste Mercier schnell einen Schuldigen finden. Am 15. Oktober desselben Jahres wird Alfred Dreyfus, Hauptmann im Generalstab, jüdischer Herkunft, im Elsass geboren und bis dahin völlig unschuldig, auf der Grundlage dünner Beweise verhaftet. Die antisemitische Aufwühlung in Presse, Armee und Politik lässt in den 1890er Jahren in Paris rasch einen Hexenkessel gegen den mutmaßlichen Verräter entstehen.
Eine Verschwörung hochrangiger Militärs in Paris besiegelt schließlich sein Schicksal. Dreyfus wird wegen Hochverrats zu lebenslanger Verbannung verurteilt, aus der Armee ausgeschlossen und auf die Teufelsinsel vor der Küste Südamerikas deportiert. Dreyfus muss vier Jahre lang unter unmenschlichen Bedingungen auf der heißen und unwirtlichen Gefängnisinsel leben, während seine Frau und sein Bruder Mathieu in Paris unermüdlich für seine Rehabilitierung kämpfen. Als der neue Geheimdienstchef, Oberst Picquart, Beweise für Dreyfus’ Unschuld findet, geraten das Kriegsministerium und der Generalstab in Aufruhr. Es versteht sich von selbst, dass diese hohen Beamten in dieser heiklen Angelegenheit, die bereits so viel Staub aufgewirbelt hatte, keinen Fehler machen dürfen – das Selbstbild und die politische Karriere der Generäle und Politiker, die in ihrem Kastendenken verhaftet sind, hängen zu sehr davon ab. Sobald ein Schuldspruch gefällt wurde, darf es keinen Zweifel mehr geben, und eine antisemitische Strömung in der französischen Armee tut alles in ihrer Macht Stehende, um das Interesse an der Aufdeckung der Wahrheit zu ersticken.
Tatsächlich entpuppt sich Major Ferdinand Walsin Esterhazy als echter Verräter. Doch die Entscheidung des Staates hat Vorrang vor der Wahrheit, und so wird er trotz erdrückender Beweise freigesprochen. Der Schriftsteller Émile Zola sorgt mit seinem offenen Brief „J’accuse“ an den französischen Präsidenten für großes Aufsehen. Er provoziert einen Prozess gegen sich selbst, um die Unschuld des degradierten und zu Unrecht freigesprochenen Hauptmanns Dreyfus zu beweisen.
Doch der Prozess vor einem Geschworenengericht gegen Zola im Jahr 1898 brachte nicht die erhoffte Wende. Der Schriftsteller und Kämpfer auf der Suche nach der verschleierten Wahrheit wird verurteilt und geht daraufhin ins Exil nach England. Erst am 30. August 1898, als Major Henry gestand, Dokumente gefälscht zu haben, die zur Verurteilung von Dreyfus geführt hatten, wurde das Urteil gegen Dreyfus 1899 aufgehoben. Doch der zweite Prozess gegen ihn endete trotz entlastender Beweise am 9. September desselben Jahres mit einer Verurteilung zu zehn Jahren Haft.
Zehn Tage später wurde er jedoch begnadigt. Am 12. Juli 1906 wurde Alfred Dreyfus schließlich rehabilitiert. Er wurde im Rang eines Majors wieder in die Armee aufgenommen und schließlich zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.
Darsteller:
- Fritz Kortner – Hauptmann Alfred Dreyfus
- Grete Mosheim – Lucie Dreyfus, seine Frau
- Erwin Kalser – Mathieu Dreyfus, sein Bruder
- Heinrich George – Émile Zola
- Albert Bassermann – Oberst Picquart
- Oskar Homolka – Major Ferdinand Walsin-Esterházy
- Ferdinand Hart – Major Henry
- Fritz Rasp – Major du Paty de Clam
- Paul Bildt – Georges Clemenceau
- Ferdinand Bonn – General Mercier, französ. Kriegsminister 1893–95
- Leopold von Ledebur – General de Boisdeffre, Chef des Generalstabs
- Bernhard Goetzke – General de Pellieux
- Fritz Alberti – Godefroy Cavaignac, franz. Kriegsminister 1898
- Fritz Kampers – Verteidiger Fernand Labori
- Paul Henckels – Verteidiger Edgar Demange
- Eduard Rothauser – Hauptmann Lauth
- Josef Reithofer – Major Ferdinand Forzinetti
- Bruno Ziener – Alphonse Bertillon
- Sigmund Nunberg – Präsident des Schwurgerichts 1898
- Bernd Aldor – Agent Dubois
- Else Bassermann – eine Pariser Dame
- Fritz Reiff – Deputierter Jean Jaurès
- Nora Mestom – Marguerite Pays, Esterházys Geliebte
- Ferry von Gorup – Offizier des Militärgefängnisses



